Whale watching die zweite
Mama, weinst du schon wieder?
Nadcha
Heute Vormittag stand Zeit totschlagen auf dem Programm. Denn erst um 12:45 Uhr sollte die heutige Whale Watching Tour starten. Wir fuhren also in die Stadtmitte Kaikouras und spazierten zum Kiesstrand. Wir genossen dort das Geräusch, das entsteht wenn die Wellen die unzähligen Steinchen ins Meer zieht und flippten flache Steine über die Meeresoberfläche. Dann stärkten wir uns mit einer Fischsuppe und machten uns aufgeregt auf den Weg zum Whale Watch Anbieter.
Dort angekommen, erwartete uns erstmal die weniger erfreuliche Nachricht, dass unsere Tour Verspätung hat, so dass wir auch hier noch eine Stunde mit Zeit totschlagen verbringen mussten. Wir kannten uns ja bereits aus, wie das hier mit der Warteschlange und den besten Plätzen im Boot funktioniert, so dass wir uns optimal positionierten und damit ganz vorne im Boot neben den Türen sitzen konnten. Die Operation „große Wale spotten“ startete, die heute spannender war als jeder Krimi.
Nach der allgemeinen Einführung raste das Boot mit seiner altbekannten Turbo-Geschwindigkeit ca. 15 Minuten bis zum ersten Spot, an dem erfahrungsgemäß häufig Pottwale gesichtet werden. Der Kapitän hielt sein Echolot ins Wasser und einige spannende Momente vergingen. Dann hieß es: „Please make your way to the seats guys, unfortunatly the captain could not hear any signal.“ Enttäuscht nahmen wir wieder Platz und das Boot raste zu Spot zwei. Auch hier wurden wir nach einigen Warteminuten wieder zu den Sitzen geschickt. Auf der Fahrt zum nächsten Halt wurde Nadcha dann leider so schlecht, dass ich die gefüllte Spucktüte an das Bordpersonal übergeben musste – aufstehen darf man ja leider selbst nicht. Zum Glück half unser Anti-Schlecht-Lutscher, den man erst bei Übelkeit nehmen soll, unserer Maus dann schnell. Als aber auch am nächsten Stop Nummer drei keine Wale gehört wurden, sank meine Laune auf den Tiefpunkt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir die Rückreise antreten können, das Wal-Glück ist einfach nicht auf meiner Seite und so langsam wurde mir auch schlecht. Nach erfolglosem Warten an Spot vier wurde schließlich verkündet, dass wir nun leider die Rückreise antreten müssen. Enttäuscht sanken wir in unsere Sitze und Nadcha schlief bereits halb neben mir ein.
Aber dann…… dann wurde das Boot auf einmal langsamer, die Türen wurden schnell aufgerissen und alle sollten an Deck kommen, denn ein Buckelwal wurde gesichtet. Und JAAAAA wir haben ihn bestimmt sieben Mal an der Wasseroberfläche gesehen. Wir haben seinen Blas gehört und gesehen, Teile seines 15 Meter langen Körpers schwimmen sehen und die Walflosse ins Wasser platschen. Es war einfach ein großartiger Moment. Ich war so gerührt, dass ich Freudentränen in den Augen hatte und Nadcha mir halb besorgt, halb genervt die zitierte Frage stellte.
Auf dieser Reise hat sie mich schon häufiger mit Tränen vor Freude gesehen. Es gab aber auch einfach schon einige unglaubliche Momente, die mich sehr gerührt haben: Die Begegnungen mit den riesigen Wasserschildkröten, die Koalas im Baum, die Schönheit des Regenwaldes oder des Riffs und der Whitsundays und heute der Buckelwal. Zum Abschluss der Tour begegneten wir der riesigen Gruppe von Delfinen, die erneut ihre Kunststücke und Sprünge vorführten und vor dem Boot schwammen. Was für ein Abschluss des spannenden und wundervollen Tages.


