Aoraki per Heli

Aoraki per Heli

Was war das heute für ein Tag! Kurz vor 9h erhielten wir einen Anruf von unserem Air Safari Host, der uns mitteilte, dass das Wetter zwar bombastisch wäre, aber noch mindestens eine Person fehlt für den Heli Flug. Eine gute Stunde später meldete er sich nochmal und teilte uns freudig mit, dass es um 11h losgehen könne.

Wir machten uns sogleich von unserem Campingplatz am Lake Alexandrina auf zum Airfield von Lake Tekapo. Neben uns warteten noch zwei weitere Fluggäste – ein Chinese mit seiner Tochter – im kleinen Empfang. Den beiden hatten wir es also zu verdanken, dass unser Flug heute stattfinden konnte. Vom Piloten wurden wir abgeholt und zum Hangar gebracht, wo der Blau-Weiße Heli schon auf uns wartete.

Uns wurden die Plätze zugeteilt, sodass der Heli möglichst austariert war und ich hatte das große Los gezogen vorne neben dem Piloten sitzen zu dürfen. Nachdem alle angeschnallt waren und die Türen geschlossen waren, wurde der Heli angelassen und zwei Minuten warm gefahren. Danach hoben wir ab und ließen das kleine Hangar unter uns zurück. Zwar waren einige Wolken am Himmel, es war aber nicht sehr windig, sodass der Heli wie an der Schnur gezogen in Richtung „The Big Divide“ flog – wie die Kiwis das massige Bergmassiv des Mount Cook nennen. Auf unserer Route flogen wir an unserem Campingplatz vorbei, der aus der Luft genauso toll aussah wie von unserem Camper aus.

Mit einem Mal ragte auch schon Aoraki vor uns gen Himmel. Auch wenn Mount Cook mit seinen ca. 3.800m nicht wirklich hoch ist, ist er doch sagenhaft beeindruckend. Erneut ein „Jaw Dropping“ Moment. Es sollte nicht der einzige Moment sein heute, der uns den Mund offen stehen ließ, sodass wir heute Abend nur knapp einer Kiefersperre entgangen sind.

Links zum Fuße von Aoraki erstreckte sich Lake Tasman, der von einem Gletscher mit 100m tiefen Eis gespeist wurde und auf dem einige Eisschollen trieben. Rechts hinter Aoraki flogen wir auf den Franz Josef Gletscher zu. In dieser Region soll das Eis sogar bis 500m tief reichen. Nach einer eleganten Wende steuerte unser Pilot das gegenüberliegende Massiv an und setzte zur Landung auf einem kleinen Eisfeld an. Toplanding im Mount Cook Nationalpark – leck mich am A@?§h!

Nun standen wir hier. Der Heli im Rücken, unter uns Eis und Gestein und vor uns der sagenhafte Blick auf Aoraki und Lake Tasman eingerahmt von wundervollen Felsformationen und Gletschern. Hier hätte es nur noch gefehlt, dass der Pilot einen Korken hätte fliegen lassen. Nach einem Fotomarathon, einem langen innigen Moment, in dem wir einfach nur dieses Panorama inhalierten, blieb dann sogar noch die Zeit drei Mini-Schneemänner zu bauen. Wobei es eigentlich nur 2 waren, weil Nadcha einen Kiwi formte. So hatte Nadcha doch tatsächlich auch noch ihren Schnee 🙂

Leider machte sich der Pilot nur viel zu schnell wieder bemerkbar und bat uns zurück zum Heli. Wie auf Wolken glitten wir zurück und waren sodann auch schon wieder in der Luft und auf dem Rückflug. Diesen genoss ich neben Nanette im Sitz. Die 1:20h Abendteuer vergingen im wahrsten Sinne wie im Fluge und schon hatten wir das Hangar wieder vor unserer Nase.

Nun sollte es mit dem Camper in Richtung Aoraki gehen – wir hatten uns ja ein super Bild machen können. Allerdings kamen wir an diesem Tag nicht mehr sehr weit. Nach knappen 30km Strecke machte die Strasse eine Kurve auf den Lake Pukaki zu und bot uns einen weiteren „Jaw Dropping“ Blick. Der stahlblaue Himmel und das türkis-milchige Wasser des Sees wurden durch den breiten Streifen des Bergmassivs geteilt und setzten den Protagonisten dabei so richtig in Szene. Anders als beim Heliflug hatten wir nun aber alle Zeit der Welt, sodass wir uns entschieden einen der vielen Campingbuchten entlang der Strasse anzusteuern, um uns diesem Panorama zu ergeben.

So haben wir Aoraki heute zu Lande und in der Luft bestaunen dürfen – da fehlte doch nur noch eins. Schnell in die Schwimmsachen geschmissen fanden wir uns nur wenig später frierend aber mutterseelenallein im sehr belebenden Wasser des Lake Pukaki. Was für ein Tag…

Koordinaten: S44.13489 & O 170.21173

what3words: nutzfahrzeug.bleiben.alleine

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