Lake Monowai
Wir haben die Fjord Lands erreicht. Zuvor aßen wir in Tuatapere eine Wurstplatte zu Mittag. Nicht irgendeine, sondern die Wurst, die in Neuseeland einen hochbegehrten Preis abgeräumt hat. Wir fragen uns allerdings wie es die Wurst aus diesem Ort überhaupt heraus geschafft hat, so abgelegen wie dieser ist. Nach dem Preis wurde man hier in Tuatapere ganz schön mutig und kredenzte immer ausgefallenere Würste, wie eine Wurst mit Blue Cheese oder eine mit Weißwein. Diese fanden sich zum Glück aber nicht auf unserer Platte.
Nachdem wir also Tuatapere hinter uns gelassen hatten, ging es in die Fjord Lands. Hier muss man riesiges Glück haben, um von Sonnenschein begleitet zu werden. Es regnet hier um die 4.000mm im Jahr – also ungefähr soviel wie im australischen Regenwald um Cairns herum, in dem wir die Skyrail Tour gemacht haben. So war der Himmel heute stark bewölkt und immer wieder kamen ein paar Tropfen herunter. Wir hatten uns bei Lake Monowai einen freien Campingplatz herausgesucht. Dieser war erneut nur über eine 8km lange Schotterpiste erreichbar, die jedoch in einem hervorragenden Zustand war.
Am Camping Platz angekommen, waren wir positiv überrascht. Neben uns hatten nur zwei weitere Camper den Weg hierhin gefunden und bereits ihre Zelte aufgeschlagen. Nach dem Motto „first come, first serve“ suchten wir uns den besten der noch übrigen Plätze aus. Aufgrund der Größe des Campers entschieden wir uns gegen einen schwer erreichbaren Platz mit Seeblick und wählten dafür einen Platz mit Blick in den dichten Wald.
Bevor wir überhaupt daran dachten eine Tür aufzumachen, um die Gegend zu erkundschaften, sprühten wir uns mit Gezieferschutz ein. Wir wurden durch die Kommentare in unserer App WikiCamps bereits vorgewarnt. Ein Reisender sprach diesem Ort sogar den Namen „Sandfly City“ zu. Wir hatten bereits erfahren, dass Jurassic Park damals hier in den Fjord Lands gedreht werden sollte. Aufgrund der penetranten Sandflies brach man den Dreh jedoch ab und wich nach Hawaii aus – auch nicht schlecht.
Nachdem wir schlimmer als die hinterste Ecke in einem Douglas Laden rochen, trauten wir uns vor die Tür und immerhin schien es zu wirken. Wir konnten ungestört die Gegend erkunden und die hungrigen Sandflies liessen uns in Ruhe. Uns erwartete ein wundervoller Walk zu einem Aussichtspunkt, der direkt vom Campingplatz startete – 30 Minuten über einen wundervoll federnden Waldboden, der mit winzigen Laubblättern der Bäume bedeckt war. Gesäumt wurde der Weg durch Farne und vor allem durch eine Vielzahl verschiedenster Moose. Hellgrün, dunkelgrün, gelbgrün, gedrungen, oder lang und weich. Hier gab es Moose in allen Formen und Farben.
Leider hörte man hier in der Gegend nur wenige Vögel. Scheinbar ist das Gebiet hier zu abgelegen, als das regelmäßig Fallen gegen die Possums aufgestellt werden.
Unser Aussichtspunkt und Wanderziel war eine Bank am Ende einer Halbinsel mit Blick auf den weiten See und die umliegenden Hügel, die in ein mattes weißes Kleid aus Nebel und Wolken gehüllt waren. Wahrscheinlich hätte Sonnenschein ohnehin nicht in dieses Bild gepasst. Nachdem wir zu dritt eine Zeit auf der Bank gesessen hatten, suchten wir uns einen Weg runter ans Ufer. Hier kam Nanette die Idee umbedingt noch ins Wasser springen zu wollen. In Windeseile waren Nadcha und Nanette im Wasser – so schnell, dass es selbst die Sandflies nicht mitbekamen.
Auf dem Rückweg wurden fleißig Moose und andere Materialien aus dem Wald für eine passende Tischdeko zum Abendessen gesammelt. Während wir kochten, war Nadcha damit beschäftigt eine Waldsuppe zu kochen und eine Tischdeko aus den verschiedensten Materialien zu basteln. Dies wurde durch ihr Summen und Singen begleitet und wir waren total begeistert, welch kreative Ideen unsere Tochter hat.







Koordinaten: S 45.81218 & O 167.52054
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