Lake Te Anau
Wie arbeiten langsam aber sicher die Seen ab, die die Fiordlands zu bieten haben. So war heute Lake Te Anau an der Reihe. Diesen kombinierten wir mit einer Tour zu einer Höhle, in der Glühwürmchen leben. Hierfür wurden wir von der südlichen Flanke des Sees – vorbei an der Bergkette, über die man den ca. 60km langen Kepler Track wandern kann – in Richtung Nordosten geschippert, um an der gegenüberliegenden Seite zu landen. Am Steg wurden wir bereits von Guides in Empfang genommen und in kleine Gruppen von 12 Leuten aufgeteilt. Zusammen mit unserem Guide spazierten wir einen kurzen Weg zum Eingang der Höhle. Mit einer kleinen Limboeinlage waren wir dann auch in dieser verschwunden.
Die Höhle wurde durch einen massigen Wasserstrom über unzählige Jahre geformt. Diese besteht aus Schichten von Kalk- und Sandstein. Der Kalkstein stammt von Sedimenten der Urmeere, die mit der Zeit über die Wasseroberfläche gehoben wurden. Ebenfalls findet man in den Fiordlands die ältesten Gesteine Neuseelands. Aufgrund der Schönheit, der geologischen Besonderheit sowie der Besonderheit von Flora und Fauna, zählt das Fjordland und die Alpine Region um Aoraki, die zusammen fast 10% von Neuseeland ausmachen, zum UNESCO Welterbe.
Nun waren wir aber in der Höhle und es war nicht anders zu erwarten – sehr dunkel. Zu Beginn wurden wir bereits darauf hingewiesen, dass Lampen und Fotoapparate verboten sind. Unsere Augen sollten sich an die Dunkelheit gewöhnen und das zu erwartende Stillleben-Spektakel sollte nicht durch eine Lichtshow gestört werden. So tappelten wir im Gänsemarsch unserem Guide hinterher. Über uns irgendwo die Höhlendecke und unter uns durch den Gittersteg gut zu sehen, der tosende Fluss. Der Weg führte uns über eine Vielzahl von Treppenstufen, Kurven und Ecken zu einer Sackgasse, an der wir in ein Boot stiegen. Mit diesem Boot wurden wir von unserem Guide entlang einer Kette zu einem unterirdischen Höhlensee gezogen und das Getöse des Wassers verstummte. In diesem Bereich hingen hunderte, womöglich tausende Glühwürmchen in größeren Gruppen an der Decke der Höhle. Die Lichtpunkte schimmerten wundervoll in bläulichem bis grünlichem Licht. Für einen Moment durften wir vergessen, dass wir mit 10 weiteren Personen hier waren. Es war feucht und kühl und im Hintergrund erahnte man noch das Tosen des Wassers. Nur hin und wieder fiel einem ein Wassertropfen auf den Kopf. Zumindest hoffte ich, dass es ein Wassertropfen war. Dennoch, ein weiteres Mal ein unvergesslicher Eindruck, den wir nur in unseren Köpfen behalten werden.
Wie immer ging auch dieser Augenblick zu schnell vorbei und bevor wir uns versahen, landeten wir auch schon wieder am Bootsanleger. Ebenso schnell ging es auch schon wieder raus aus der Höhle und zurück aufs Schiff, dass uns zurück nach Te Anau brachte.
Funfact:
Diese Art der Glühwürmchen sind tatsächlich wurmartige Larven, die das Leuchten über chemische Prozesse im hinteren drittel ihres Körpers erzeugen. Sie produzieren lange klebrige Fäden, die von der Decke hängen, um damit Insekten zu fangen. Sie bleiben für ca. 9 Monate im Larvenstadium, bis sie sich verpuppen, um nach 12 bis 14 Tagen als Fliege zu schlüpfen. Als Fliege werden sie nur bis zu 5 Tage alt und besitzen daher weder einen Mund noch Verdauungsorgane.




