Lake Gunn
Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, hätte ich nicht geglaubt, dass es sowas gibt. Wir wollten einfach eine kleine Wanderung an unserem Campingplatz bei Lake Gunn machen. Die offizielle Conservation Campsite lag ungefähr in der Hälfte zwischen Te Anau und Milford Sound – unserem nächsten Ziel in den Fiordlands.
Auf unserem Campingplatz bei Lake Manapouri wurde uns gesagt, dass die Strasse nach Milford Sound wohl die schönste Scenic Route Neuseelands sei. Somit stand für uns fest, dass wir nach Doubtful Sound auch noch nach Milford Sound fahren.
Und so standen wir am frühen Nachmittag auf dem riesigen Campingplatz bei Lake Gunn und blickten von unserem Camper aus direkt auf ein kleines Flüsschen. Es hatte gerade aufgehört zu regnen und zarte Sonnenstrahlen zeigten sich am Himmel. In einer Infobroschüre hatte Nanette eine kleine Wanderung durch einen Wald ausfindig gemacht, die direkt von unserem Campingplatz aus losging und mit 45 Minuten angegeben war – also genau das Richtige für diesen Nachmittag.
Bereits nach den ersten Schritten in den Wald hinein wurden unsere Augen groß und unsere Kiefer vielen ein weiteres Mal nach unten. Dieser Wald war so anders jeder Wald, den wir je zuvor gesehen haben. Immer wieder verirrten sich einzelne Sonnenstrahlen durch das dichte Blätterdach. Der Wald stand voll mit alten, wild verzweigten Buchen, die auf ca. 350 bis 600 Jahre geschätzt werden. Das war aber nicht das Besondere. Das Besondere in diesem Wald sind die unzähligen üppigen Flechten, die die Bäume bewohnen und der dichte, dicke, grüne Moosteppich, der scheinbar den gesamten Waldboden bedeckt. Dieser Moosteppich bewächst außerdem die Bäume bis in die obersten Äste. Wenn ein Ort die Beschreibung mystisch verdient, dann ist es genau dieser Wald. Alles hier wirkte, als würde es den Gesetzen dieser Welt trotzen. Als wären wir wie Alice im Wunderland in den Hasenbau gefallen und in Mittelerde ausgespuckt worden.
Aus den angegebenen 45 Minuten wurden für uns knapp 1:30h Wanderung und selbst Nadcha schien auf einmal Spaß an der Wanderung zu haben. Wir fühlten uns, als hätte diese Wanderung nie zu Ende gehen dürfen und jede Kurve brachte neue Eindrücke hervor. Der Rundweg führte uns auf dem letzten Teil noch an Lake Gunn sowie dessen Outlet vorbei und dann waren wir auch schon wieder auf der Strasse zu unserem Campingplatz.
Hinter unserem Camper konnten wir runterklettern zum steinigen Flussufer. Hier nahmen wir ein Familienprojekt in Angriff und bauten an einem kleinen Seitenarm gemeinsam einen Staudamm. Unser Werk konnte sich sehen lassen.








Koordinaten: S 44.89537 & O 168.07295
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