Glenorchy
Rees River Bridge
Nachdem wir uns gestern Abend bei der weiteren Planung dagegen entschieden hatten von Greymouth aus die Scenic Tranz Alpine Zugfahrt bis nach Springfield einzuplanen, haben wir 2 weitere Tage Puffer zur Verfügung und (vorerst) keinen Zeitdruck. Daher viel die Entscheidung heute leicht am Ufer des Lake Wakatipu weiter zu fahren. Unsere Fahrt führte uns ca. 30 Minuten Richtung Norden nach Glenorchy am Ende des S-förmigen Sees.
Hier in der Gegend geht der Routburn Track los, den Nanette und ich während unseres letzten Besuches in Neuseeland gewandert sind. Entsprechend vertraut fühlte sich die Gegend an. Da Glenorchy sehr überschaubar ist, fanden wir hier auch sehr schnell bekannte Plätze wieder. Da in unserer neuen Konstellation an größere Wanderungen nicht zu denken ist, entschieden wir uns heute für einen kleinen Rundwanderweg von ca. 2 Stunden.
Im Anschluss ließen wir den Nachmittag am Seeufer von Glenorchy ausklingen und beobachteten eine chinesische Reisegruppe bei der Inszenierung ihrer abertausend Fotos und Selfies. Hier wurde in der Tat zusätzlich noch das gesamte weiträumige Seeufer feinstens kartografiert. Nachdem das Spektakel genauso schnell wieder vorbei war wie es begonnen hatte, überlegten wir uns die Optionen für den heutigen Stellplatz. Zurück für eine weitere Nacht auf der Twelve Mile Delta Campsite oder Freedom Camping an der Res River Bridge.
Wir wollten uns zumindest die zweite Option einmal ansehen und fuhren weiter nach Norden. Nach ca. 10 Minuten kamen wir an eine lange Brücke an deren Ende eine Campingmöglichkeit für „Self Contained“ Fahrzeuge vorhanden sein sollte. Abgesehen von der Brücke war der Blick auf das breite Flussbett mit dem Bergpanorama im Hintergrund wundervoll. Viel Platz gab es hier für Camper nicht. Eine Fahrspur führte durch etwas unwegiges Gelände über losen tiefen Schotter weg von der Brücke in Richtung Waldlichtung. Das sollte unsere Wahl sein und nach Inspektion per pedes fuhr ich unseren Camper in den hinteren Bereich, wo gerade einmal Platz für ein Fahrzeug ist. Während ich noch mit dem Wenden des Campers beschäftigt war, tauchte eine Gestalt im Muscleshirt und Gummistiefeln aus dem Waldstreifen auf.
Es war Dave, wie wir im kommenden Gespräch erfahren sollten. Dave lebt hier an diesem Ort in einem Wohnwagen/Bus bereits seit 22 Jahren und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Zumindest lebt Dave seit dem letzten Kartenupdate von Google und Apple hier, wie man unter unseren Koordinaten sehr gut erkennen kann.
Wir erfuhren in dem kommenden 15 Minuten sehr viel über die Gegend und sein „Fernsehbild“ wie er den Ausblick nannte. Und wir ständen nun mit unserem Camper in seinem Vorgarten. Das wäre aber ok, da wir „fully self contained“ wären und solange wir ihm genug Platz ließen, dass er morgen mit seinem 4×4 über eine seiner 2 Ausfahrten auf die Arbeit fahren könnte, sei das alles kein Problem. Er gab uns zum Abschied noch ein paar Tips für den besten Platz und dann verschwand er wieder in seinem Waldstück.
Da die Sonne so wunderbar schien und es noch schön warm war, entschieden wir uns zur Abkühlung für ein kurzes Bad an einer tiefen Stelle im Fluss. Dieses Erlebnis war kurz, abenteuerlich und vor allem kalt – sehr kalt. Danach waren wir aber frisch und fertig fürs Abendessen.









Koordinaten: S 44.78649 & O 168.39492
what3words: hebammen.sympathischen.etappe