Volksfest auf Neuseeländisch
It’s not as hard as you think
Opa auf dem Hüpfkissen
Wie wir hörten, kommen Leute extra aus einem Umkreis von 1:30h für dieses Spektakel nach Murchison gefahren. Denn ausgerechnet an diesem Wochenende ist hier Volksfest und wir das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zumal wir bis zu unserem Family Rafting Adventure am Nachmittag ohnehin noch jede Menge Zeit hatten. Aber wie stellt man sich ein solches Fest hier in Neuseeland wohl vor? Dudelsackspieler am Eingang? Einen üsseligen Flohmarkt? Ein klappriges Riesenrad mit Dieselgenerator-Antrieb? Eine Traktoren-Ausstellung? Einen Holzfäller- sowie einen Schafscher-Wettbewerb? Richtig. All das gab es hier für uns zu bestaunen und wir wussten garnicht, wo wir anfangen sollten. Diese Entscheidung wurde uns dann von Nadcha abgenommen, die unbedingt auf ein Kettenkarussell, ein Pferdekarusell und eine Hüpfburg wollte. Danach gab es einen Pie zum Mittagessen, welchen wir in einer Scheune zu uns nahmen, in der der hiesige Schafscher-Wettbewerb stattfand.
Hier traten in verschiedenen Gruppen die regionalen Profis gegeneinander an. Der Wettkampf war schnell erfasst: Es ging um Zeit – wer am schnellsten drei Schafe schert gewinnt. Dabei wurde allerdings jede/r Schafscherer/in von einem Schiedsrichter beobachtet, der mögliche Schnittverletzungen (cuts) am Schaf zählte, die später als Malus gegengerechnet wurden. Und so ging es im Akkord: Ein wuscheliges Schaf wurde aus einem Gatter auf die Bühne gezerrt und rannte in unter 1:20 Minuten nackig wieder durch einen anderes Gatter von der Bühne runter. Das ganze Treiben wurde von einem Kommentator begleitet, der die Zuschauer wissen ließ, wer vorne lag und wie viele (Schafs-)beine noch zu scheren waren. Das Fazit: Muss man einfach mal erlebt haben.
Zu schnell ging die Zeit rum und wir mussten uns schon wieder auf den Rückweg machen – vorbei an den Holzfällern, die mittlerweile mit Axtwerfen beschäftigt waren.
Am Campingplatz angekommen, erhielten wir die freudige Nachricht, dass wir heute beim Familienrafting für uns alleine wären. Shanaya war unsere Guide und nachdem wir mit Neoprenanzügen, Schuhen und Schwimmwesten ausgerüstet waren, ging es auch schon auf die Strecke. Nach 15 Minuten Fahrt mit einem kleinen Bus hatten wir unseren Einstig in den Grade 2 Fluss erreicht, der uns in ca. 2 Stunden wieder zurück an den Campingplatz bringen sollte. Die ersten Stromschnellen ließen nicht lange auf sich warten und Nadcha ganz vorne im Schlauchboot freute sich riesig als wir hindurch steuerten, um gleich darauf (absichtlich) frontal in einen Felsen zu rumsen. So ging das Spiel weiter. Stromschnellen, Anlauf, Crash. Nach einiger Zeit war uns so warm in den Anzügen, dass wir eine Abkühlung gut gebrauchen konnten. Shanaya ließ uns dieses Mal vor kleinen Stromschnellen aus dem Schlauchboot steigen, so dass wir auf dem Rücken mit den Beinen zuerst hindurch treiben konnten. Auch hier lachte Nadcha sich die ganze Zeit kaputt. Gekrönt wurde unsere Tour mit dem obligatorischen Sprung von einem Felsen. Nadcha traute sich dabei von einem kleinen 2m hohen Felsen in den tiefen Fluss zu springen und das sogar ganz ohne Taucherbrille. Danach ging es für den letzten Abschnitt zurück in unser Raft und wir konnten uns während der Fahrt sogar noch in der Sonne trocknen lassen. Als wir dann in der Ferne den Campingplatz sahen, freuten wir uns bereits auf eine heiße Dusche und einen Kaffe bzw. Kakao.
Unser heutiger Abend wurde durch einen hervorragenden Lacher abgerundet. Da Nadcha eigentlich fast immer auf dem Hüpfkissen vorzufinden ist, haben wir unseren Standplatz direkt daneben gewählt. Und so konnten wir beobachten, dass gegen 20 Uhr aus dem Hüpfkissen die Luft rausgelassen wurde. Dies ist gängige Praxis, um die umliegenden Gäste vor Lärm zu später Stunde zu bewahren. Unser Campnachbar-Opa ging jedoch zielstrebig und entschlossen auf das bereits Falten werfende Hüpfkissen zu und machte einen beherzten Sprung darauf, um gleich darauf in diesem zu versinken. Ohne ihn zu sehen, hörte man nur noch das heutige Zitat. Herrlich.





