Harvey Bay

Harvey Bay

Wir glaubten, dass wir bereits am Arsch der Welt gewesen wären, dabei war das „Kindergarten“ im Vergleich zu dem Ort, an dem wir heute stehen. Um dorthin zu gelangen, fuhren wir nördlich in Richtung French Pass. Entlang der Route wurden die Häuser weniger und die Straßen schmaler. Eine Abzweigung weiter wies ein Schild darauf hin, dass die Strecke ab hier für leichte Fahrzeuge mit Anhänger nicht geeignet ist. Für uns ging es in Richtung Opouri Saddle. Es wurde sehr kurvig, sehr steil und teilweise nur einspurig. Wir glaubten fast, dass wir auf einem Fahrradweg unterwegs sind. Dazu waren immer wieder große Teile der Strasse herausgebrochen, die wahrscheinlich von Zyklon Gabriele herrührten. Immerhin waren die Aufräumarbeiten bereits abgeschlossen. Der Ausblick entlang der wolkenbehangenen Passstrasse war jedoch dafür gigantisch. Nach dem Sattel ging es ebenso steil und kurvig wieder hinunter und zwischen den Bäumen durften wir einige Male einen Blick auf den Fjord erhaschen – schön, aber bei weitem nicht so beeindruckend wie der große Bruder Doubtful Sound. 

Der Campingplatz bot üppig Platz für 25 Camper. Da nur zwei weitere Camper bereits ihr Lager aufgebaut hatten, war die Auswahl groß. Wir stellten uns in eine wunderbare Waldniesche mit eigenem kleinen Trampelpfad zum Tennyson River. 

Zum Campingplatz führt nur eine Strasse. Hier ist es so einsam, dass es noch nicht einmal irgendeinen ausgeschriebenen Wanderweg gibt – weder am Campingplatz, noch in unserer App. Also entschieden wir uns die Schwimmsachen einzupacken und entlang der Strasse 2km bis zum Tennyson Inlet zu gehen, wo man im Meer schwimmen kann. Immerhin hatten wir die schmale Strasse während der Wanderung ganz für uns alleine – nur ein Auto fuhr in der ganzen Zeit an uns vorbei. Ein Schild verwies auf die „old stony warf“ mit Zugang zum Meer. Hier genossen wir zuerst einmal den Ausblick. Danach wollten Nanette und Nadcha die Wassertemperatur prüfen und gingen hierfür neben dem Steg ans Wasser. So war zumindest der Plan. Nanette rutschte auf den unfassbar rutschigen Steinen aus und viel ungünstig, sodass auf dieser Reise zum dritten Mal meine Ersthelferkenntnisse gefragt waren. Nanette hatte sich unglücklich den Daumen an mehreren Stellen aufgerissen. An Schwimmen war nicht mehr zu denken und wir mussten zurück zum Camper, um die Verletzung zu behandeln. Teebaumöl, Desinfektionstücher und -spray sowie Pflaster kamen zum Einsatz – danach Tee, Kakao und Kekse. 

Der Nachmittag wurde dann mit Malen und Ballspielen abgerundet. Völlig überflüssig war zu guter letzt noch, dass Nadcha einen Wespenstich in den kleinen Finger erlitt. Auch hier wurde desinfiziert, gekühlt und die Tränen gewischt. Zum Glück hatten wir den Stich schnell versorgt und den Schmerz in die Schranken verwiesen.

Neuseeland scheint sich neben Possums, Wieseln und Ratten wohl auch ziemliche Aggro-Wespen eingefangen zu haben. Denn auch Nadcha lieferte keinen Grund für eine Attacke durch die Wespe. Nun wissen wir warum seit der Region um Fox Glacier immer wieder auf Wespenfallen hingewiesen wird, mit denen man wohl Herr über dieses Problem zu werden versucht.

Wir verbrachten den Rest des späten Nachmittags dann doch lieber im Camper.

Koordinaten: S 41.12126 & 173.74166

what3words: tänzern.empfahl.bevorzugt

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