Mit dem Postschiff durch die Marlborough Sounds

Mit dem Postschiff durch die Marlborough Sounds

Anders als erhofft, war das Postschiff durch die Sounds mit zahlreichen Touristen vollgestopft. Aufgrund der anderen Passagiere, überwiegend Rentner – teils mit Gehhilfe – erinnerte uns die Tour an eine Kaffeefahrt und kurz kam Panik auf, dass gleich Heizdecken verkauft werden ;-). Wir nahmen schnell auf dem oberen Deck Platz und freuten uns über den perfekt sonnigen und warmen Tag für diese Tour. Los ging es vom Hafen in Havelock. Wir schipperten vorbei an zahlreichen Inseln und Buchten immer tiefer in die Marlborough Sounds. Überwiegend ist diese Insel- und Fjordlandschaft von altem Regenwald bewachsen, zum Teil sind jedoch Gegenden zu sehen, die der Holzwirtschaft zum Opfer gefallen sind. Dennoch, wir durchquerten überwiegend unbesiedelte, abgelegene und wunderschöne Gegenden. Nach gut einer Stunde erreichten wir die erste sehr abgelegene und nicht mit dem Auto erreichbare Bucht, in der ein Haus samt Schuppen erkennbar war. Ein älteres Ehepaar samt Hund stand bereits an dem kleinen Steg und freuten sich über unser ankommendes Touri-Schiff. In einem Jutebeutel wurde die Post und auch einige Kisten mit Nahrungsmittel übergeben. Es folgte ein Plausch zwischen Kapitän und dem Ehepaar, dass sich merklich über den Austausch mit der Außenwelt freute. Unglaublich, dass Menschen hier ihr Leben bestreiten – zu zweit, abgeschnitten von der Außenwelt und nur per Boot erreichbar.

Nach einigen Minuten verliessen wir den sehr abgelegnen Ort und fuhren weiter zur nächsten Anlegestelle. Insgesamt belieferten wir auf unserer Tour sieben Buchten bzw. Farmen. Die meisten der Belieferten betreiben Muschelfarmen und einige beherbergen zusätzlich Touristen in kleinen Ferienhütten. Alle Belieferten standen schon vorzeitig am Steg, denn vermutlich ist das Touristenboot einmal wöchentlich ein kleines Highlight im Alltag der Menschen. Auch wenn die Tour neben der Belieferung nur aus einer Mittagspause am Strand samt Schwimmen bestand, erhielten wir einen kurzen Einblick in ganz andere, einsame Lebensweisen inmitten wunderschöner Natur. Vorher war mir nicht bewusst, was es bedarf, damit man im Restaurant einen Teller Muscheln verspeisen darf.

Auf der Rückfahrt verabschiedete sich Nadchas „Splodge“ Känguru Mütze im Fahrtwind von uns und verschwand in den Marlborough Sounds. Das war unglaublich schade und einen Ersatz zu finden wird sehr schwierig 🙁

Zurück auf dem farm-Campingplatz verfütterte Nadcha natürlich sofort ihre neue Tagesration Tierfutter an die Ziegen und Schafe. Da der Campingplatz außerdem über einen privaten Wanderweg samt Glühwürmchenpfad verfügt, wanderten wir abends mit Taschenlampe bewaffnet noch in den Wald. Was uns hier erwartete, war unbeschreiblich schön. Tausende Glühwürmchen saßen in den Bäumen und Sträuchern entlang des Flusses und warteten auf Beute. Einfach wundervoll und wie in einem Märchenwald.

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