Lake Taupo
Der Morgen war mit 10°C ganz schön kalt hier im Tongariro National Park und wir freuten uns, als die ersten Sonnenstrahlen in den Camper fielen. Draußen auf einer Bank stand ein Mann regungslos in Richtung Sonnenstrahlen. Er war mit dem Zelt unterwegs und mit Sicherheit heute Nacht nur knapp dem Kältetod entkommen. Daher ging ich raus und fragte ihn, ob er einen heißen Tee möchte. Zu Tee und Kaffee kamen wir dann ins Erzählen. Flo ist Deutscher und lebte bereits seit 17 Jahren in Neuseeland und ist derzeit seit langem mal wieder auf Reisen im Land. Er wusste schon immer, dass er auswandern wollte und nachdem er Neuseeland kennen gelernt hatte, kannte er auch sein Ziel. Nach seinem Politikstudium ging es nach Neuseeland, wo er zusammen mit anderen die „Embassy of Peace“ gründete und seither die Welt ein wenig besser machen möchte. Seine grundlegende Erkenntnis war es, dass es die Politik nicht kann, da viel zu viele Verstrickungen und Lobbyismus vorherrschen. Er erzählte von Covid in NZ und dem Wandel der Premierministerin. Er erklärte was hinter 3waters steckte (Privatisierung von Wasser), wie Neuseeland atomfrei blieb und wie die Bevölkerung über Proteste abwenden konnte, dass in Neuseeländischen Nationalparks nach Bodenschätzen gesucht werden darf. Ebenfalls gab Flo uns noch tolle Tipps für Coromandel mit auf den Weg.
Nach den schweren Themen am frühen Morgen ging es dann beschwingt auf die Strasse Richtung Norden in Richtung Lake Taupo. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an einer traumhaften Szenerie der Vulkane vorbei. Tongariro ist der älteste National Park in Neuseeland mit den 3 aktiven Vulkanen Ruapehu, Nagaruhoe und Tongariro in seinem Zentrum. Vor ca. 7 Jahren haben Nanette und ich den Tongariro Crossing gemacht und wir erinnerten uns an die sagenhaften Ausblicke. Dieses Mal blieb uns leider nur die Fahrt entlang der Vulkane, denn eine 20 km Wanderung ist mit Nadcha noch nicht denkbar. Die Fahrt war aber bei strahlend blauem Himmel ebenfalls magisch und beeindruckend.
Auf unserem Weg machten wir einen kleinen Stopp, um einen Rundwanderweg um den See Rotopunamu anzuwandern. Heute konnten wir leider keine 2 Stunden Zeit investieren, da noch ein ganz spezielles Abenteuer auf uns wartete. Also wanderten wir nur bis zum ersten Zugang zum See. Es ging durch wunderbaren vielseitigen Wald mit großen Bäumen, die nur so von Aufsitzerplanzen bedeckt waren. Der See selbst war nicht wirklich erwähnenswert. Aber wen wundert das schon nach so einer beeindruckenden Vulkanlandschaft.
Weiter auf der Strasse lag mit einem Mal der Kratersee Lake Taupo vor uns. Mit 616km2 ist Lake Taupo der flächenmäßig größte See Neuseelands. Von seinem südlichen Ende fuhren wir östlich bis ca. zur Mitte des Sees, wo unser Campingplatz auf uns wartete. Nach einem flotten Mittagessen ging es dann gleich weiter nach Taupo. Hier hatten wir für 15h zwei Jetski gebucht, mit denen wir über den See heizen wollten. Nadcha und ich freuten uns schon den ganzen Tag darauf.
An Stand 22 im Marina von Taupo wurden wir mit Schwimmwesten, Helmen und Funkgeräten ausgerüstet. Nach einem kurzen Einweisungsvideo wurde auch nicht lang gefackelt und es ging auf die Jetskis. Nadcha fuhr bei mir mit, da sie vermutete, dass ich etwas schneller fahren würde… und so war es dann auch. Die Jetskis waren technische Höllenteile. Ausgestattet mit GPS konnten wir zu jeder Zeit unsere Position auf dem See ermitteln. Aber leider nicht nur das – die Jetskis wurden ebenfalls per GPS automatisch auf 9km/h gedrosselt, sobald man zu nah an die Küste oder den anderen Jetski gelangte. Nach einer kurzen Eingewöhnung düsten wir in ausreichendem Abstand zueinander den See entlang hin zu den berüchtigten Maorie Rock Carvings. Das 10m hohe Kunstwerk wurde in den späten 70ern von einem Maorie in den Fels gekünzelt und erfreut seither Touristen.
Auf dem Rückweg hatten sowohl Nanette als auch ich deutlich mehr Gefühl für das Jetski entwickelt. Ganz zur Freude von Nadcha lenkte ich den Jetski einige Zeit im Zick Zack über Nanettes und anderer Boote Wellen. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Am Marina wieder angekommen, verglichen wir die Höchstgeschwindigkeiten. Nanette: 35km/h zu Marc und Nadcha: 65km/h. Nadcha hatte also den richtigen Riecher und gleich morgen will sie nochmal auf einen Jetski ;-).








Koordinaten: S 38.88675 & O 175.95643
what3words: feststehend.ordentlicher.comiczeichnerin