Rotorua

Rotorua

Wir starteten unseren Tag mit einer Partie UNO und einem gemeinsamen Sprung in den nur 19 Grad kalten Lake Taupo. Erfrischt stiegen wir in den Camper und verliessen die Taupo Gegend. Unseren ersten Stopp machten wir heute bei den beeindruckenden Huka Falls. Hier fallen 200.000 Liter Wasser pro Sekunde einen neun Meter hohen Felsen hinunter, was ein gigatisches Naturschauspiel darstellt. Würde man mit diesem Wasserfall Olympische Schwimmbecken füllen, wären innerhalb einer Minute 5 Becken gefüllt. Wahnsinn.

Nach der Besichtigung des Wasserfalls fuhren wir weiter zu den Craters of the Moon, die in Wairakei, dem größten Geothermalfeld Neuseelands, liegen. Schon von weitem sah man es überall dampfen und in der Tat fühlte man sich in der Kraterlandschaft wie auf einem anderen Planeten ausgesetzt. Wir spazierten an brodelnden Schlammpools, heißen Quellen und rauchenden Vulkanschloten vorbei und mussten uns immer wieder die Nase zuhalten – der Schwefelgeruch war teils übelst. In manchen Kraterschluchten herrschen Temperaturen über 95 Grad und auch auf dem Wanderweg war die unterirdische Hitze durch die Barfuss-Schuhe spürbar. Überall waren Hinweisschilder angebracht, die auf die Gefahren hinwies, sofern man den Wanderweg verlässt. Das hatten wir auch nicht vor, denn auf ein Bad in heißen Quellen, die teils Arsen, Quecksilber und Sulfate beinhalten, verzichten wir freiwillig. Wieder einmal war es für uns unbegreiflich, wie vielseitig Neuseelands Landschaft ist und wie nah alles beieinander liegt. Gestern noch am See samt angrenzendem Regenwald, befanden wir uns heute in einer lebensfeindlichen, heißen und dampfenden Umgebung. Unglaublich ist außerdem, dass hier kleinere Pflanzen, Farne und sogar Vogelarten überleben können.

Nach diesem unglaublichen Erlebnis fuhren wir weiter zu unserer Zielstadt Rotorua, die ebenfalls für ihre geothermische Aktivität bekannt ist. Auf unserem Campingplatz angekommen, liehen wir uns dort sofort eine große Schaufel aus und gingen 100 Meter zum Lake Rotorua. Wie verliessen den Campingplatz am Hinterausgang und sahen schon dort einen riesigen blubbernden und dampfenden Hotpool. Auch aus dem Vorgarten des nächstgelegenen Hauses dampfte es und erneut roch es streng. Die pragmatischen Leute haben in ihrem Vorgarten einfach ein Absperrband um das dampfende Loch angebracht, und schon kann man beruhigt abends auf der Terrasse grillen. Am Strand des Lake Taupo angekommen, begannen wir mit unserer Schaufel zu graben. An manchen Stellen reichte ein Spatenstich, um sich die Füße zu verbrennen. Einst gegrabene, mit Wasser gefüllte Löcher, blubberten teils vor sich hin und wir vermuteten, dass das Wasser hier kocht – testen wollten wir das lieber nicht mit dem dicken Zeh. Unglaublich und auch unglaublich gefährlich. Wenn man bedenkt, dass sonst bei jeder kleinen Stufe auf den Wegen ein Warnhinweis angebracht ist, hätte an diesem Ort eine Informationstafel durchaus Sinn gemacht. Schließlich fanden wir eine gute und nicht zu heiße Stelle am Strand, hoben ein Loch aus und setzten uns in diese herrlich warme Badewanne. Zur Abkühlung planschten wir noch etwas im See, der – wie nach vorheriger Absicherung bei zwei Einheimischen erfahren – erstaunlicherweise keine giftigen Stoffe enthält und zudem recht kühl war.

Auch der Campingplatz bedient sich der heißen Quellen und bietet Hotpools zwischen 38 und 42 Grad an. Diese testeten wir abends und entspannten darin ausgiebig, bevor wir in unsere Abendroutine starteten. Was für ein Tag.

Koordinaten: S 38.12601 & O 176.24443

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