Ohinemutu & Te Puia
Rotorua ist nicht nur für die vulkanische Aktivität bekannt, sondern ist auch geprägt durch eine starke Maori Community und Kultur. Auf Rat der Camp-Rezeptionistin machten wir uns heute Morgen daher zu Fuß auf in den Maori-Ortsteil Ohinemutu. Neben wunderschön geschnitzten Skulpturen in Vorgärten, Schnitzerein an den Häusern und sogar einer Kirche im Maori-Stil, konnten wir hier überall geothermische Aktivitäten bestaunen. Es brodelte, dampfte und spritze aus Löchern in den Gärten, entlang der Strasse und sogar auf dem Friedhof. Wir mussten fast schon aufpassen wohin wir treten und Nadcha fühlte sich auf Marcs Schultern am sichersten. Unsere Runde führte uns entlang der Waterfront in die Stadtmitte Rotoruas und hier liessen wir uns ein Mittagessen schmecken. Zum Nachtisch gönnten wir uns ein Eis, welches Nadcha auf der Zielgerade unserer Runde zurück zum Campingplatz auf Marcs Schulter einnahm. Für 13:30 Uhr hatten wir nämlich Eintrittskarten in einen geothermischen Park reserviert und Nadcha war auf dem Rückweg mit ihrem Eis einfach zu langsam. Und natürlich passierte was passieren musste: Nadcha verschüttete große Teile ihres bereits geschmolzenen Eis über Marcs Haaren und versuchte verzweifelt die runterfließende Masse mit ihren Händen aufzuhalten. Vor Lachen schaffte ich es kaum mit einem Taschentuch das Schlimmste zu verhindern, doch Marc nahm es ebenfalls mit Humor.
Pünktlich kamen wir in Te Puia an und nahmen an einer Guided Tour teil, die neben dem geothermischen Areal eine Führung durch ein Kiwi-Haus und Maori Kunstschulen für Holz- und Steinschnitzereien sowie Webkunst beinhaltete. Auch der typische Haka-Tanz der Maori sollte bei unserer gebuchten Tour gezeigt werden, auf den sich Nadcha schon den ganzen Tag freute. Wir erhielten Einblick in die Kunstschulen und erfuhren, dass nur wenige talentierte Maori diese Kunst über 2-3 Jahre erlernen dürfen und über die Einnahmen der Touren finanziert werden. Wir bewunderten die wunderschönen und teils sehr aufwendigen Kunstwerke und freuten uns im Anschluss über die drei Kiwis im Kiwihaus. Da wir leider bisher kein Exemplar in freier Wildbahn gesichtet haben, waren wir erstaunt wie groß die Vögel in der Realität aussehen. Kiwis können bis 65 cm lang und 35 cm hoch werden und erscheinen im Vergleich zu den bisher gesichteten Laufvögeln ziemlich groß.
Im Anschluss besichtigten wir den Park mit heißen, blubbernden Matschpools, dampfenden Quellen und dem größten Geysir der südlichen Hemisphäre. Der Pohutu Geysir bricht alle 30 Minuten aus und schießt das heiße Wasser bis zu 40 Meter in die Höhe. Nach einigen Minuten Wartezeit durften wir dieses unglaubliche Naturschauspiel bestaunen und beobachteten im Vorfeld, wie sich immer mehr Aktivität zeigte. Mit einem Mal wurde das heiße Wasser mit einem lauten Rauschen in die Luft befördert und sofort setze auch ein unangenehmer Schwefelgeruch ein.
Noch während dieser Beobachtung stellten wir fest, dass wir uns wohl in der falschen Tour befinden, da sich unser Guide verabschiedete und wir noch immer keinen Haka Tanz gesehen hatten. Es stellte sich tatsächlich heraus, dass der letzte Tanz des Tages bereits vor einer Stunde stattgefunden hatte. Am Ticket-Office schlug uns eine Maori vor morgen nochmals vorbeizukommen, um diesen nachzuholen. Wir werden morgen also nochmals nach Te Puia fahren, denn Nadcha war total enttäuscht.
Den Nachmittag verbrachten wir in Rotoruas Stadtmitte auf einem riesigen Spielplatz und blieben direkt fürs Abendessen im Stadtkern. Auf dem Rückweg musste Marc bei einer Polizeikontrolle dann auch noch pusten und ich rutschte auf dem Sitz schon unruhig hin und her. Zum Glück zeigte das Gerät trotz seines Bieres im Restaurant grünes Licht.









