Hahei
Nachdem wir gestern bereits am Eingang zur Coromandel Region unseren Campingplatz bezogen hatten, wollten wir heute weitere Teile der Halbinsel erkunden. Wir hatten bereits im Vorfeld erfahren, dass die Hauptstrasse nach Coromandel unpassierbar ist, die äußeren Küstenstrassen aber befahrbar sein sollten. Das war für unsere Pläne genau das Richtige. Und so fuhren wir gen Norden vorbei an Warnschildern, dass die Strasse nur für „light vehicles“ passierbar sei. Da wir uns als leichtes Fahrzeug erachten, ließen wir diese Schilder rechts liegen und staunten über die Strassenschäden. Wir kamen vorbei an Erdrutschen, bei denen große Gesteinsbrocken eine komplette Fahrspur verschüttet hatten. Zweimal kamen wir sogar an gesicherten Baustellen vorbei, bei denen ein Fahrstreifen komplett abgerutscht und verschwunden war, sodass nur noch die Seitenbegrenzung über eine Strecke von 20m im Nichts hing. Um so mehr freuten wir uns, als wir unseren Campingplatz an der Hahei Beach erreichten.
Wir parkten unseren Camper auf unserer Beach Front Site direkt neben einer deutschen Familie. Vanessa und Carsten mit ihrem Sohn Mats waren bereits seit gestern hier und konnten uns wertvolle Tips zu den hiesigen Angeboten geben. So entschieden wir uns für eine einstündige Dingifahrt (Schlauchboot) zur Erkundung der wunderschönen Bucht. Glücklicherweise gab es noch für die Fahrt um 16h freie Plätze für uns, sodass vorher sogar noch Zeit für den Sprung ins Meer blieb. Schon das Baden im Meer war ein Erlebnis bei der Szenerie von kleinen Inseln um uns herum.
Um 16h ging es für uns dann am Strand nur 150m entfernt durch das Wasser auf das Dingi. Mit zwei weiteren Gästen war das Dingi nur halb besetzt und somit gab es jede Menge Platz für uns. Nach der kurzen obligatorischen Sicherheitseinweisung gab unser Skipper Oscar Gas und wir schossen durch die Bucht. Von hier konnten wir die ganze Schönheit der Bucht aufsaugen. Die Landschaft war einfach wunderbar und Coromandel ein „must see“. Es gibt jede Menge Höhlen entlang des Küstenstreifens, in die Oscar zum Teil das kleine Schlauchboot gekonnt hineinmanövrierte. Auch wenn wir immer wieder unseren Atem anhielten – der Junge wusste was er tut und hatte das Dingi hervorragend im Griff. So hatten wir in dieser Stunde eine Extraportion Abenteuer und Nadcha jede Menge Spaß.
Die gesamte Bucht wurde durch Vulkane geboren und durch das Meer mühevoll geformt. Neben Höhlen sahen wir aus angemessener Distanz auch die Hidden Bay – einen heiliger Ort der Maori, deren kleine Höhle lange Zeit als Grabstätte diente.
Wir sahen die Cathedral Cove, die nicht nur als Hintergrundbild einer früheren Windowsversion diente, sondern ebenfalls als Eingangstor im Film „Narnia“. Wir hatten zwar das Pech, dass wir Cathedral Cove nicht zu Fuß besuchen konnten, da der Wanderweg nach Zyklon Gabrielle gesperrt werden musste – dafür hatten wir aber das Glück, Cathedral Cove ohne ca. 2.000 Menschen zu sehen, die normalerweise über den Tag dort hinwandern würden.
Oscar ließ uns ebenfalls den Blick aufs offene Meer richten. Die nächste Landmasse, die wir erreichen würden wäre Chile in ca. 12.000km und somit ist dies die Stelle der Erde mit der weitesten Entfernung zwischen zwei Landmassen.
Hahei hat seinen Namen der Geschichte nach von Hei, einem der drei Maori erhalten, die Neuseeland besiedelten. Hahei, heißt soviel wie der warme Atem von Hei. Durch die Lage der Bucht entsteht nachmittags ein warmer Wind aus nördlicher Richtung, der an sein Ankommen erinnert.
Die Fahrt war nur all zu schnell vorbei und wir wieder am Sandstrand von Hahei. Danach ging es für uns zurück zum Camper. Nadcha spielte sofort mit Mats los. Schließlich gesellten sich noch alte Bekannte – Bernhard und Ann mit Kindern – hinzu, denen wir bereits zwei Mal zuvor auf Campingplätzen begegnet waren. So klein ist die Welt. Wie die Kinder alle so miteinander spielten, hatten wir – unabhängig von Plänen – keine andere Möglichkeit, als gemeinsam im Biergarten des Campingplatzes essen zu gehen. Und so ließen wir den Abend bei Bier und Burgern gemeinsam ausklingen, während sich die Kinder auf dem Spielplatz müde spielten.









Koordinaten: S 36.84073 & O 175.80976
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