Heron Island
Oh mein Gott – wir waren und sind (dazu später mehr) im Paradies! Und wir haben drei unfassbar, unglaublich wundervolle Tage hinter uns. Heron Island. Das ist ein toller Schnorchelspot und ein Vogelparadies am südlichen Ende des Great Barrier Reef im Pazifischen Ozean. Hier war ich vor knapp 15 Jahren schonmal und hatte die Insel als sehr schön in Erinnerung. Aber soooo schön?
In den letzten drei Tagen waren wir fünf mal Schnorcheln und haben das hier noch intakte Riff in seiner Schönheit ausgiebig betrachten können. Und nicht nur das – wir konnten das Riff auch noch hören – das Knacken der Korallen und das Knabbern der Fische am Kalkstein. Wir sind mit riesigen Fischschwärmen geschnorchelt, haben tausende kleiner bunter Fischer an den Korallen beobachten können und standen inmitten von zahlreichen Rochen und Riffhaien im flachen Wasser. Natürlich sind wir auch mit den Haien und Rochen geschnorchelt und haben versucht nie über die Stachelrochen zu schwimmen, was aufgrund ihrer immensen Anzahl oft schwierig war. Nadcha war zu keiner Zeit ängstlich und hat unter Wasser häufig in ihren Schnorchel gelacht und auf die Fische gezeigt, sie war sehr begeistert.
Auch haben wir riesige Meeresschildkröten im Wasser gesehen und sind mit ihnen über lange Strecken geschnorchelt. Eine kam uns sogar so nah, dass ich sehr unelegant versucht habe irgendwie rückwärts zu schwimmen, sonst hätte ich die Schildkröte mit meiner Schulter berührt. Eine beim Schnorcheln begleite Schildkröte war eine der riesigen Exemplare, die bestimmt 300 kg auf die Waage bringt. Sie schaute von einem zu anderen und schien völlig entspannt in unserer Gegenwart. Mein Herz schlug mir hingegen bis zu den Ohren.
Wir haben tausende Vögel in der Luft und in den Bäumen betrachten können, die gerade in ihren Nestern sitzen und ihre Jungen vor Feinden beschützen. Nachts war es oft so laut – es gibt einige nachtaktive Vögel hier – dass ich davon aufgewacht bin. Einfach unglaublich.
Aber am unglaublichsten war es, dass wir die vom aussterben bedrohten Arten von Meeresschildkröten beim Eierablegen beobachten konnten. Es hieß, dass derzeit hier viele Schildkröten unterwegs sind und sie nachts bei Flut an den Strand kommen. Also setzen wir uns einen Abend um 21 Uhr in den Sand und warteten was passiert. Nadcha war nach ca. einer halben Stunde in meinem Arm eingeschlafen und wir wollten uns fast schon auf den Rückweg machen. In der Dunkelheit tauchte auf einmal ein schwarzer „Fels“ auf, der auf uns zukam. Erst konnten wir es nicht glauben, aber der Fels war wirklich eine riesige Schildkröte und nahm direkt Kurs auf unser Handtuch. Vorsichtig und ganz langsam robbten wir einen Meter zu Seite und konnten dann erleben wie sich die Schildkröte mit ihrem bestimmt 300 kg Körper den Sand aufwärts quälte. Wir konnten ihr Schnaufen hören und das lies die Anstrengung vermuten. Sie brauchte für die 15 Meter zum Nestplatz ca. 20 Minuten und fing dann an ein Loch zu buddeln. Leider war es so finster, dass wir nur den Sand fliegen sehen konnten, denn näher ran haben wir uns nicht getraut. Auf keinen Fall wollten wir dafür verantwortlich sein, dass sich die Schildkröte gestört fühlt und unverrichteter Dinge wieder ins Meer flieht. Marc hat während unserer Zeit am Strand mehrere Touristen darum gebeten ihre Taschenlampen auszumachen und unten am Strand zu spazieren. Alle Touristen wurden auf die Verhaltensregeln hingewiesen, aber manche Leute sind echt unglaublich gedankenlos.
Nach weiteren 1,5 Stunden sind wir schließlich wieder zu unserem Bungalow gegangen, ohne die Rückkehr der Schildkröte abzuwarten, und haben Nadcha endlich in ihr Bett gelegt. Am nächsten Morgen waren am Strand viele Spuren zu sehen, die zu vier Schildkröten gehört haben mussten, die die anstrengende Prozedur hinter sich gebracht haben. Ein Loch mit sich den darunter befinden Eier wurde nur 4 Meter von unserem Bungalow gegraben in der Nacht.
Eine weitere Schildkröte konnten wir am Dienstag bei der Eiablage beobachten. Sie hatte sich, ganz unüblich, am Nachmittag mit der Flut an Land treiben lassen und war gerade dabei ein Loch für die Eier zu buddeln und schmiß dabei große Mengen Sand um sich.
Mehrmals in diesen drei Tagen war ich sehr nah am Wasser gebaut. Wir großartig ist es doch, das erleben zu dürfen und die Schönheit der Natur vor Ort entdecken zu können. Ich bin unglaublich dankbar für die Zeit auf dieser Trauminsel.
Funfact:
- Das Great Barrier Reef ist mit 344.400 km2 das größte maritime Schutzgebiet der Welt und umfasst ca. 2900 individuellen Riffen und 600 Inseln.
- Das Heron Island Riff formte sich vor ca. 2mio. Jahren und die Insel formte sich vor ca. 6.000 Jahren
- Heron Island wurde 1843 von Captain Blackwood mit seinem Erkundungsschiff HMS „Fly“ entdeckt
- Ab 1974 wurde Heron Island unter Schutz gestellt
- Meeresschildkröten werden mit 30 Jahren geschlechtsreif und legen dann alle 4 bis 5 Jahre Eier ab















Koordinaten: S 23.44106 & O 151.91361
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