1770

1770

Auch wenn sich Nadcha heute am liebsten morgens sofort in die Wellen gestützt hätte, ging es für uns heute nach dem Frühstück erstmal auf in Richtung des Dörfchens 1770. Wo sich heute ein kleiner Urlaubsort mit Kajak- und SUP-Verleih befindet, landete James Cook am 24. Mai 1770 mit seinem Schiff Endeavour. Wie wundervoll muss die damals noch unberührte Bucht ausgesehen haben. Seit wir unsere Reise begonnen haben, begegnet uns James Cook immer wieder in Hinweisschildern und Erzählungen von seinen Anlandungen. Und ich frage mich jedes Mal, ob er geahnt hat, welche Auswirkungen seine Entdeckungsreise auf Australien haben würde. 75 % der ursprünglichen Vegetation wurden seit der englischen Besiedlung zerstört und die Geschichte der Aborigines ist traurig und heute noch überall sichtbar. Ich betrachte ein James Cook Denkmal jedenfalls mit gemischten Gefühlen.

Ein Wanderweg nahe des Ortes liessen einige wundervolle Blicke auf die Küste zu. Nach der kleinen Runde packten wir in 1770 die gestern auf dem Campingplatz erworbene Melone aus, die wirklich so süß wie angekündigt schmeckte und nahmen ein zweites Frühstück mit Blick aufs Meer ein.

Im Anschluss ging es für uns zum Paper Bark Tree Rundgang. Dieser war leider aufgrund von Überflutung gesperrt, aber nach Rücksprache mit einigen Wanderern wagten wir trotzdem die Runde und wurden belohnt. Die Papierrinden Bäume gehören zu den Myrten und strömen einen wundervollen Duft aus. Die Rinde der hohen Bäume blättert ab und hängt teils fetzenartig herab. Mit dem überfluteten Waldboden wirkte der Ort irgendwie mystisch. Dank einen Hinweisschildes haben wir gelernt, dass in diesem geschützten Waldstück die schwersten Kakerlaken der Welt wohnen. Sie werden bis zu 10 Jahren alt, 8 Zentimeter groß und 35 Gramm schwer. Leider trauen sich die Tiere nur nachts aus den Spalten und Höhlen, so dass wir keine der „Riesen“ betrachten konnten.

Vor den Wanderungen hatten wir Nadcha eine Body Board als Überraschung gekauft und sprangen nach unserer Rückkehr von der Tour sofort in die Wellen. Marc zeigte Nadcha wann man in die Wellen starten muss und wie man möglichst lang in ihnen gleitet. Nadcha setzte sich ihre Schwimmbrille auf und, wie immer todesmutig, glitt sie auf den höchsten Wellen zum Strand. Nach ca. 20 Metern rutsche sie jedes Mal vom Board und strahlte über beide Wangen.

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