Great Sandi Island
If the Dingos are not impressed by you standing tall and still would approach you, you can wave the info brochure from Queensland State National Park at them and hope that this will stop them.
Kirk, Tourguide
Sand. Viel Sand. Weißer Sand, gelber Sand, orangener Sand, brauner Sand. Das beschreibt Great Sandi Island, oder K’Gari, oder vielmehr Fraser Island, unter dessen Namen die Insel offiziell geführt wird. Sie ist mit 124km Länge und durchschnittlich 15km Breite die größte Sandinsel der Welt. Geologen haben bei Probebohrungen herausgefunden, dass der Sand bis in eine Tiefe von ca. 600m reicht. Somit fasst K’Gari mehr Sand als die Wüste Sahara – die Flächenmäßig zwar deutlich größer ist, der Sand dort aber nicht so tief reicht.
Auf der Insel gibt es natürlich auch Vegetation. Einen wahrhaftigen Wald mit einer unglaublichen Vielfalt an wundervollen Bäumen. Hier wachsen die ursprünglichen Pinien, deren Art ca. 200 Mio. Jahre alt sind und Königsfarne, die bereits von den Dinosauriern gefressen wurden. Durch den sandigen und nährstoffarmen Boden wachsen die Bäume 3 Mal so langsam wie normal, so dass deren Holz eine unglaublich Härte aufweist. Die Weichhölzer auf der Insel erreichen dadurch eine Härte, wie die Harthölzer auf dem Festland.
Die Insel fasst so viel Süßwasser, dass man damit die gesamte Hafenanlage in Sydney füllen könnte. Alles in allem also erneut ein magischer Ort, den wir heute besuchen durften. Mit uns fuhren 14 weitere Touristen in einem 4×4 Bus, um die sandigen Strassen auf der Insel zu bewältigen. Hier muss man wissen, wie man sich in so einem Terrain fortbewegt, sonst ist der Spaß schnell vorbei. Außerdem würde man den Groll der restlichen Inseltouristen auf sich ziehen, wenn man eine der wenigen engen Strassen blockiert. Unser Guide – Kirk – oder besser Captain Kirk, wusste genau was er tut. Er manövrierte das Sandschiff gekonnt über die sandigen Pisten – egal ob am Strand mit 80km/h, oder im Inland. So als hätte er nie etwas anderes gemacht. Das scheint wahrscheinlich auch zu stimmen. Kirk ist Kanadier und hat dort Schulbusse gefahren, bis er sich dazu entschied nach Australien auszuwandern und hier Guide wurde. Wir vermuteten, dass er einen Doktortitel in Geschichte haben muss. Die gesamten 9h auf der Insel pumpte er uns mit Landesgeschichte, Infos zu Flora und Fauna sowie mit Anekdoten voll. Ich habe noch nie einen Mann soviel reden hören.
So wundervoll dieser Ort auch ist, wir kehren mit einem Kloß im Hals zurück, jetzt wo wir die Geschichte zum (noch offiziellen) Namen der Insel kennen und allgemeine Einblicke in die Geschichte der Insel gewinnen konnten.
So lebten hier vor dem Jahr 2001 ca. 1.700 Dingos. Im Jahr 2001 wurde ein 12 jähriger Junge von Dingos getötet, was eine sehr kontroverse Diskussion zum Umgang mit den Dingos auf der Insel lostrat. Das führte dazu, dass heute nur noch ca. 70 Dingos übrig geblieben sind und die Population nicht ausreicht, um den Genpool zu erhalten. Somit ist es wenig verwunderlich, dass wir heute kein Glück hatten, einen zu sehen zu bekommen.
Vor der Ankunft der Briten lebten auf Frasier ca. 2.000 Aborigines der Butchulla. Nur 53 Menschen des Stamms haben überlebt. Historiker sind sich heute scheinbar einig, das Eliza Fraser eine bedeutende Rolle hierbei spielte. Captain Fraser’s Schiff ging vor Great Sandy Island unter. Der Captain, seine Frau Eliza und einige Matrosen konnten sich an Land retten, wo sie auf die hilfsbereiten Aborigines trafen. Später würde Eliza in Australien auf Tour gehen und eine andere Geschichte erzählen. Sie berichtete von Kanibalismus und Hinrichtungen durch die Aborigines und man sagte den Butchulla den Kampf an…
Kaum vorstellbar, dass die Insel heute noch immer offiziell Fraser Island heißt und die Aborigine vor dem Supreme Court erstreiten mussten, dass der Name K’Gari als „mögliche Option“ für eine Namensänderung in Betracht gezogen wird.
Captain Kirk zeigte uns die Top Sehenswürdigkeiten der Insel. Wir hatten das Glück, dass wir keine besonderen Vorkommnisse entlang unserer geplanten Route erlebten, sodass wir auch alles im vorgegebenen Zeitplan anschauen konnten und pünktlich um 17h zurück an der Fähre waren.
Los ging es mit Lake McKenzie – ein flacher Grundwassersee mit einer Länge von 1.200m und bis zu 930m Breite. Das Wasser ist glasklar und herrlich erfrischend. Der weiße Sand enthält einen hohen Anteil an Silizium, mit dem man sich einreiben sollte, um eine wundervolle jungendliche Haut zu erhalten. Es funktioniert! Ich fühlte mich wie Kleopatra, die gerade aus einem Milchbad empor gestiegen war.
Central Station Rainforest stand als nächstes auf unserer Liste. Ein wundervoller kleiner Board Walk der uns durch einen kleinen Ausschnitt Regenwald führte mit wundervollen Ur-Pinien, Königsfarnen und einem glasklaren Creek, der lautlos seinen Weg durch das Sandbett der Insel machte. Das Wasser des Creeks schmeckte unglaublich gut.
Über die Seventy-Five Mile Beach ging es dann bei Ebbe mit 80 Sachen Richtung Norden zu den Pinacles. Eine Heilige Stätte der Butchulla. Der Sandstein schimmert in den verschiedensten Farbnuancen von Weiß über Gelb bis Orange. Die Strecke soll jeden Tag anders aussehen, da die Gezeiten stark an der Insel arbeiten. Wir hatten das Glück, dass große Teile versteinerter Wald in Form von Felsformationen entlang der Beach durch einen Sturm und ein Unwetter vor wenigen Tagen freigelegt worden waren. Das sah nicht nur toll aus, sondern es machte Captain Kirk auch mächtig Spaß, die 4×4 Kiste mit Warpgeschwindigkeit dort hindurch zu manövrieren. Wir hatte übrigens so eine leise Ahnung, welches Unwetter das gewesen sein könnte…
Entlang dieser Küste sollten auch unsere beiden letzten Stationen liegen. Ein altes Schiffswrack – die SS Maheno. Ein Luxusliner der zwischen 1905 und 1935 zwischen Neuseeland und Australien schipperte bis ihm ein Zyklon den Garaus machte.
Die letzte Station war Eli Creek. Ein weiterer Süßwasser Creek bei dem ca. 4,5 Mio. Liter Wasser pro Stunde ihren Weg ins Meer finden. Da es nach Lake McKenzie das zweitbeliebteste Ziel der 500.000 Touristen jährlich auf Fraser Island darstellt, war dieser Platz entsprechend überlaufen. Erneut ein abstoßendes Beispiel von Massentourismus in einem Naturparadies, was wir uns auch gerne hätten sparen können.
Für den Weg zurück zur Fähre plante Captain Kirk mindestens 1,5h ein, die wir auch locker benötigten und pünktlich auf die Fähre rollten. Verabschiedet wurden wir mit einem ordentlichen Gewitter von Fraser Island. Die Fähre verließ den Hafen zu unserem Glück dennoch.










