6. Geburtstag in Melbourne

6. Geburtstag in Melbourne

Unsere Nacht endete bereits um 05 Uhr. Nadcha war so aufgeregt, dass sie nicht mehr schlafen konnte und in unser Bett kletterte. Sie freute sich riesig über den geschmückten Camper, ihre Geburtstagsgeschenke und ihren Geburtstagskuchen mit Marshmellos. Völlig unverständlich, wie man Schokokuchen mit dem pappsüßen Zeug lecker finden kann, aber Nadcha liebte ihn. Dann fuhren wir im Geburtstagsoutfit mit den Öffentlichen in die Stadt zu Nadchas Geburtstagsüberraschung. Es ging ins Sealife – einem riesiges Aquarium – mit in Australien heimischen Haien, Quallen, Rochen, Krokodilen, Pinguinen, Meeresschildkröten und unzähligen Fischen. Viele der Fische und Tiere haben wir schon in freier Natur gesehen, was bedeutend schöner ist. Dennoch war das Aquarium toll aufgebaut und man bekam viele Infos zu den Tieren und Fischen.

Für das Mittagessen durfte Nadcha sich ein Restaurant aussuchen: Sushi, Thai oder Italienisch… alles wäre möglich gewesen. Und was wünschte sich unsere Tochter seit zwei Wochen? Das Restaurant zur goldenen Möwe – Mäcces. Unfassbar, aber am Geburtstag ist auch das mal erlaubt.

Nachmittags fuhren wir in das Melbourner Alternativ- und Kunstviertel – Fitzroy. Dort ergatterten wir ein deutsches Kinderbuch in einem Secondhand-Buchladen bei einer merkwürdigen und betrunkenen Künstlerin, die fast noch mehr Worte pro Minute produzieren kann als Nadcha ;-). Unsere 4 dicken Kinderbuch-Schinken haben wir in den letzten 3 Monaten bereits jeweils 3x durchgelesen und daher freuten wir uns über diesen ergatterten Buch-Schatz – und Nadcha bekam ganz unerwartet ein weiteres Geburtstagsgeschenk.

Das Stadtviertel Fitzroy ist ein großer Gegensatz zu den hohen und glitzernden Gebäuden der Innenstadt. Das Viertel wirkt irgendwie runtergekommen, die Läden sind meist klein, mit nachhaltiger oder ausgefallener Ware bestückt und die Leute des Viertels oft schräg und bunt. Es hat uns dort sehr gut gefallen. Erschreckend ist allerdings, dass wahnsinnig viele Läden und Lokale nach 4 Lockdowns leer stehen. Auch ist uns bereits aufgefallen, dass viele Wohnhäuser in den Außenbezirken verlassen sind und zum Kauf angeboten werden. Hier zeigt sich wohl, dass viele Victorianer die harten Beschränkungen hier satt waren und in andere Bundesstaaten flüchteten.

Auf dem Rückweg ging es über ein indisches Restaurant zurück zum Camper. Wir skypten noch mit Oma und Opa und fielen dann im Anschluss alle todmüde ins Bett. Nadcha resümierte abends, dass sie einen tollen Geburtstag in Melbourne hatte.

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