Auf nach Bowen
Irgendeiner muss ja mal arbeiten (Strassenarbeiter), oder willst Du auf zerfledderten Strassen fahren?
Nadcha
Heute Nacht haben die Mozzies (Mücken und/oder Sandflies) bei uns im Camper eine Party gefeiert. Um 3:00h Morgens musste ich feststellen, dass ich das BBQ war. Das Ausmaß war aufgrund der Dunkelheit nicht sichtbar, aber ich konnte es sehr gut spüren. Meine beiden Beine waren ein einziger Juckreiz. Juckreiz behandeln und mit Spray auf Monsterjagd gehen hat mich 1:30h der Nacht gekostet. Am Morgen konnte dann gezählt werden. Ohne Übertreibung sind es um die 100 Stiche. Da reden alle von giftigen Schlangen, Echsen, Spinnen, Schmetterlingen und sonstigem gefährlichem Getier. Für mich steht fest: Mücken sind hier das eigentliche Problem… Immerhin haben Nadcha und Nanette keine Stiche abbekommen. Warum eigentlich nicht? Es ist ein Rätsel.
Morgens lernten wir dann Marco, Jessica, Greta und Louis kennen, die den Campingstellplatz direkt hinter unserem Camper hatten. Die vier kommen aus Franken und machen genau die gleiche Tour wir auch. Australien von Nord nach Süd und fliegen dann 5 Tage früher von Melbourne nach Christchurch, um noch Neuseeland zu bereisen. Wir werden uns bestimmt entlang des Weges nochmals sehen. Sachen gibt`s… Nadcha und Greta sind übrigens auch gleich alt und haben toll miteinander gespielt. Sie waren beiden sehr froh, ein deutsches Kind zu treffen und bastelten sich gleich Geschenke. Wir haben kurzerhand die Weiterfahrt noch etwas heraus gezögert.
Heute wollten wir dann aber doch noch Strecke machen und bis nach Bowen fahren. Auf dem Teilstück scheint es nicht viel von Interesse zu geben. Da wir uns ein paar Tage für die Whitsundays nehmen möchten, passt die etwas längere Fahrt von ca. 200km auch ganz gut.
Nachdem wir bereits vor einigen Tagen mit stolzen 8km Länge die längste Bananenplantage der Welt an unserem Camper haben vorbeiziehen sehen, konnten wir heute entlang der gesamten Route Zuckerrohrplantagen samt jeder Menge „Cane Trains“ und einer Hand voll Verarbeitungszentren bewundern. Da brachten die Baustellen samt lebender Ampeln eine willkommene Abwechslung. Dennoch war uns die Atmosphäre des Regenwaldes lieber.
Übrigens: An so einer Baustelle zündete Nadcha ihren Spruch des Tages. Gibt es einen schlimmeren Job als eine lebende Ampel – also jemanden, der in einer Baustelle dem nahenden Verkehr ein Stoppschild entgegen hält, solange bis er über Funk das Kommando erhält die Autos durchzuwinken? Ja – ein Pilot Car, dass zwischen den beiden Enden der Baustelle hin und her fährt, um die Autos durch die Baustelle zu leiten. Wie viele Kilometer wird das Pilot Car wohl in einer Schicht abreißen?
Am Zielort angekommen haben wir uns dann einen Campingplatz ohne Sandflies rausgesucht. Da es schön windig war, gab es auch keine Mücken, womit wir unser Abendessen völlig entspannt vor unserem Camper genießen konnten. Gekrönt wurde das ganze dann noch von einer Mondfinsternis, bei klarem Himmel. Dieses Spektakel ließ mich sogar für einen Augenblick das Jucken der 100 Mückenstiche vergessen.



Koordinaten: S 19.98056 & O 148.23260
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