Diamond Head
Wir hatten uns erneut einen Camping Platz ohne Strom in einem Nationalpark herausgesucht. Wir freuten uns bereits, als die Navigation andeutete, dass es nur noch 2 Minuten bis zu unserem Ziel waren. Als wir dort ankamen, wies jedoch ein Schild an einer Schotterstrasse Richtung Campground – in 19,5 km Entfernung.
Hoppla. So ist das, wenn man sich auf die Navigation verlässt. Als wir den Camper in Cairns entgegengenommen haben wurden wir darauf hingewiesen, dass wir max. 12km „unsealed roads“ in eine Richtung fahren dürfen. Unsealed – also unversiegelt und somit keine Teerstrasse. Da gefällt mir der deutsche Begriff „unbefestigt“ doch gleich viel besser, da dieser mehr Interpretationsspielraum bietet. Unsealed ist da schon ziemlich eindeutig und in diesem Fall 7,5km zu lang.
Aber was soll’s – wird schon schiefgehen. Der Campingplatz ist gebucht und sollte sehr schön sein. Also hängen wir noch ca. eine 3/4 Stunde dran und begeben uns auf die Wellblechschotterpiste. Eine abenteuerliche Fahrt war das tief in den Nationalpark hinein. Dort angekommen gab es sogar eine Rezeption in der man einchecken musste. Nicht nur das, ebenfalls BBQ Stellen, Toiletten, Duschen und einen Dump Point gibt es hier – also alles was das Camperherz begehrt.
Mit 21°C und einer steifen Briese war es zwar durchaus kühl, aber es war schön sonnig und so machten wir uns sogleich auf zum Mermaid Lookout. Kaum waren wir die ersten paar Meter auf dem Weg hinter dem Camp wurden wir von einem Echidna (Ameisenigel) begrüßt, der gemütlich entlang des Weges auf der Suche nach Futter mit seiner langen Nase im Boden herumstocherte. Genau für diesen Moment haben sich die 19,5km Wellblechschotterpiste bezahlt gemacht. Der Echidna war so entspannt oder konzentriert bei der Sache, dass es ihm absolut egal war, dass er Zuschauer hatte, die sich Schrittchen für Schrittchen auf Zehenspitzen heranpirschten. So konzentriert war er, dass er einfach über Nanettes Schuh drüber lief. Was für ein Schauspiel durften wir hier schon wieder erleben?!
Nachdem uns die Mücken freundlich aufforderten weiter zu gehen, kamen wir schnell aus dem Wald heraus auf weitläufige Flächen. Hier in der Gegend haben in den Jahren 2019/2020 schwere Waldbrände gewütet. Einige Wegabschnitte führten durch gespenstig anmutende Totwälder – abgestorbene Bäume an denen die Spuren der Feuer noch sehr gut zu sehen sind. Dennoch schienen vor allem die Paper Bark Trees dem Feuer stand gehalten zu haben. Hier sprießten bereits wieder neue Treibe und Äste. Die weitläufigen Flächen sind bereits wieder mit Bodendeckern und kleinen Pflanzen übersäht.
Der Mermaid Lookout war ein schöner Ausblick auf die weitläufige Küstenlandschaft, wenn nicht so spektakulär wie unsere Wanderung gestern. Sehr zur Enttäuschung von Nadcha hatten wir leider kein Glück eine Meerjungfrau zu erspähen.






Koordinaten: S 31.71885 & O 152.79380
what3words: grenzschicht.ergreifen.redest