Langford Island & Schnorcheln
Warum denn nur einmal?
Nadcha
Oh Gott! Meine Tochter schwärmt für den Skipper und seit 8h hören wir nur noch Skipper hier und Skipper da und Hochzeit. Aber von vorne…
Am Meeting Point B vom Coral Sea Marina ging es für uns auf den Katamaran Tongarra von Red Cat Adventures. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass dieser Tag ein wahrhaftes Abenteurer für uns werden würde. Da der Kahn nur 5 Knoten schafft – also knappe 10km/h – war die Fahrt zu der nahegelegenen Langford Island laaaaaange. Die Insel schien garnicht näher zu kommen. Um so schöner war es, als wir nach dem Mittagessen an Bord dann auch mit einem Mal da waren. Die Langford Island ist nicht groß. Eine lange flache Strandzunge führt zu einem 30m hohen Hügel, auf dem der größte Baobapp der Whitsundays steht. Bei Ebbe ist der vorgelagerte Sandstrand mit der benachbarten One Feet Island verbunden. Diese heißt so, weil sie tatsächlich nur ein Sandhügel im Korallen Meer der Whitsundays ist, aber dennoch als eine der 74 Inseln gezählt wird.
Wir wurden angewiesen keine Muschel am Strand aufzuheben, da dort eine Schneckenart zuhause ist, die – selbstverständlich – in ca. 9 Minuten töten kann. Wie sollten wir das Nadcha klarmachen, keine Muscheln aufzuheben?!
Auf diesem Sandstrand zu stehen und die Schönheit der Umgebung auf sich wirken zu lassen war für uns drei aber so beeindruckend, dass Nadcha sehr gut damit klar kam. Außerdem wurde Nadcha mit Fischen, einer Meeresschildkröte und mehreren kleinen Sandhaien entschädigt. Einfach magisch dieser Flecken Erde. Nanette hatte Tränen in den Augen, weil sie so geflasht war.
Nach dem Ausflug auf die Insel und den Lookout ging es zurück aufs Boot. Hier schmissen wir uns in die Stingersuits und machten uns für das Bananaboatfahren fertig. Nadchas Highlight – sie erzählte schon Tage vorher davon. Der Skipper ließ auch bei uns keine Gnade walten und riß am Gashebel, dass wir nur so auf den Wellen tanzten. Die Runde wurde mit einer scharfen Kurve beendet, sodass wir alle drei im hohen Bogen von der Banane ins türkise Wasser flogen. Die restlichen Gäste waren wohl so von Nadchas Mut begeistert, dass das ganze Boot applaudierte, als wir wieder auftauchten. Nadcha war hellauf begeistert und konnte es garnicht fassen, dass jeder nur 1x fahren sollte.
Während andere noch ihre Runde auf dem Bananaboat genossen, planschten wir etwas im Wasser hinter der Tongarra, als riesige 60cm große, runde, neugierige Fische auftauchten, die so dicht um uns rum schwammen, dass wir den ein oder anderen aus Versehen berührten.
Somit waren wir reif fürs Schnorcheln. Einen Katzensprung weiter an einer Insel wurden wir mit dem Beiboot in Gruppen an das vorgelagerte Riff gefahren, um uns mit der Strömung zurück zum Boot treiben zu lassen. Die Korallen hier waren deutlich vielseitiger und üppiger als an unserem ersten Schnorchelspot weiter nördlich vor einigen Tagen, auch wenn die Fische allesamt deutlich kleiner waren. Nadcha wurde es nach einiger Zeit kalt, sodass sie zum Skipper ins Beiboot einstieg, um sich aufzuwärmen, während Nanette und ich noch etwas weiter schnorchelten. Er wickelte Nadcha in seine Jacke ein und seither ist es um Nadcha geschehen…
Unser Weg zurück mit dem Tuckerkahn war im wahrsten Sinne sehr entschleunigend, als wir ca. in der Hälfte zum Hafen einen Motorschaden erlitten. Ein Hydraulikschlauch war defekt, der in einer langen Prozedur nur sehr notdürftig repariert werden konnte. Dennoch, der Kahn fuhr nicht mehr und so bekamen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang auf dem Meer geboten – ohne das monotone Tuckern des Motors. Rettung nahte nach ca. 1h durch die Thundercat – einem Schnellboot des Anbieters – auf das wir alle umstiegen. Zu Nadchas Enttäuschung blieben der Skipper und sein Kollege auf der Tongarra zurück, aber er schenkte Nadcha noch ein Armband. Sie freute sich riesig und wollte es zum Schlafen kaum ausziehen. Eine 3/4 Stunde später als geplant liefen wir im Dunkel der Nacht in den Hafen ein. Was für ein klasse Tag.






