Myall Lakes National Park
Heute Morgen wurden wir mit dem Satz „Mama, ich habe ins Bett gemacht“ geweckt. Das ist natürlich an sich nicht schlimm, aber ohne Waschmaschine bei Regen und einer durchnässten Matratze in einem kleinen Camper mitten im Nationalpark irgendwie doch ungünstig. Also stand für heute erstmal die „Operation Waschsalon“ auf dem Plan.
Auf unserer Rückfahrt durch den Nationalpark Richtung Zivilisation über die Schotterpiste hatte Marc dann die Idee unsere Drohne fliegen zu lassen. Diese sollte über unserem Camper fliegen und unsere Fahrt ein Stück durch den wunderschönen Wald begleiten. Allerdings war der Wind sehr stark und die Äste stellten ein Labyrinth für die Drohne dar. Nach einigen kurzen Aufnahmen hörte ich neben mir jedenfalls ein lautes „Scheisse“ und mein Mann sprang so schnell aus dem Camper, wie nie zuvor. Die Drohne war irgendwo im Gebüsch abgestürzt. Dank des Funksignals konnte Marc sie orten und überlegte mehrfach, ob er sich wirklich ca. 15 Meter durch das brusthohe Gebüsch und Gras schlagen sollte, um sie zu holen. Schließlich riskiert man abseits der Strassen und Wege hier ja sein Leben. Mit einem langen Stock bewaffnet schlug er schließlich das Gras vor sich platt und bahnte sich einen Weg zur Drohne. Ich will nicht wissen, was er im hohen Gras alles so verjagt hat. Jedenfalls lag nur ca. 200 Meter weiter eine schwarze Schlange auf der Strasse und wärmte sich, die wir – dem Internet sei Dank – als Küsten-Taipan identifizierten. Oh Gott, von der will man wirklich nicht gebissen werden.
Nach 45 Minuten Fahrt erreichten wir dann Harrington – einen kleinen Küstenort – in dem wir einen Waschsalon fanden und uns zum Zeitvertreib, bis die Wäsche gewaschen und getrocknet war, in ein kleines Cafe setzten. Bei Kaffee und Müsli kamen wir mit den benachbarten Gästen ins Gespräch. Nach und nach nahmen alle Gäste des Cafes und die Angestellten an unseren Reiseplänen und -erfahrungen teil und Tipps, Empfehlungen und Reisegeschichten wurden ausgetauscht. Die Zeit verging im Nu.
Mit frisch bezogener Matratze und gewaschenen Klamotten ging es dann endlich auf in Richtung Myall Lakes Nationalpark. Unser Campingplatz ohne Dusche und Frischwasser ist traumhaft gelegen in einem windschiefen Wald, angrenzend an eine riesige Düne. Bei der Einfahrt auf unseren Stellplatz begrüßten und zwei Dingo-Jungen. Im ersten Moment lief mir, trotz der Freude Dingos in freier Natur zu sehen, ein Schauer über den Rücken. Hier dürfen wir Nadcha also keine Sekunde aus den Augen lassen. Dingos stellen eine ernsthafte Gefahr für Kinder dar und einem Rudel will man auch nicht als Erwachsene begegnen. Dementsprechend stehen hier auch überall Schilder, die aufzeigen, wie man sich Dingo-sicher verhält.
Nach diesem kurzen „Schock“ machten wir uns auf zum Meer. Bis dorthin brauchten wir 20 Minuten durch die unendlich erscheinende Dünenlandschaft. Nadcha war überglücklich und konnte nicht genug bekommen vom Dünenspringen und Sandrutschen. Den Abend ließen wir am Camper grillend und an unserer Feuerstelle ausklingen, den Blick jedoch immer achtsam auf die Umgebung gerichtet. Und tatsächlich sahen wir immer wieder Dingos, die auf Reste lauerten. Zum Glück schlafen wir hier nicht im Zelt.













Koordinaten: S 32.60759 & 152.23258
what3words: lagern.geländestufe.preisverleihung