Tag 3 im Bush Camp

Tag 3 im Bush Camp

Dein Papa schaut bestimmt aus dem Himmel zu Dir runter und freut sich

Nadcha

Nach unserer erfolgreichen Operation Schnabeltier, mussten wir gestern alle schnell nochmal unter die Dusche. Im Dunkeln, in der offenen Bush-Dusche, mit einer Handteller großen Spinne in der Ecke. Was für eine Herausforderung für mich. Aber geschafft und die nächste Nacht im Camp wurde heute gebucht…

Der Morgen startete ebenfalls tierisch. Marc kam ganz aufgeregt von der Bush-Toiilette zurück und erzählte uns von Kröten im Klo. Alles klar. Aber wirklich, wenn man an der Spülung zieht zappeln jedes Mal erst Beine hinter der Keramikwölbung hervor, bevor zwei Kröten komplett ins Klo gespült werden. Verrückt verrückt. Und Marc saß vorher ganz in Ruhe auf diesem Klo, ohne einen blassen Schimmer, wer da wohnt. 

Am Vormittag schauten wir uns nach dieser Aufregung den Ort Finch Hutton Gorge an und landeten in einem kleinen veganen Cafe – eine Seltenheit in Australien – uns aßen Schoko-Rote Beete-Kuchen und einen Linsen Pie. Sehr sehr lecker und natürlich kamen wir auch hier wieder schnell mit Einheimischen in Kontakt, die unsere Reise und -pläne erfragten und uns Tipps für die Weiterfahrt gaben.

Während dem Essen sagte Nadcha das obige Zitat zu Marc, der völlig unvorbereitet war, sodass ihm die Tränen in die Augen schossen. Der Tod ihres Opas beschäftigt Nadcha immer wieder, auch wenn sie Marcs Papa leider nie kennen gelernt hat.

Da die gestrige Wanderung am Finch Hutton Gorge so schön war und es dort einen weiteren Weg gibt, schlug ich diesen vor. Auch wenn der Rest der Familie nur verhalten begeistert reagierte, hat sich dieser Weg als fantastisch und als großes Abenteuer herausgestellt. Wir mussten Felsen erklimmen, unter und über Baumstämme klettern, den Fluss von Stein zu Stein hüpften überqueren und steile Treppen erklimmen. Nadcha lebte wieder voll und ganz in ihrer Fantasiewelt und so schaffte sie die 4 km heute erneut mit Leichtigkeit. Der Regenwald mit seinen Geräuschen und den bestimmt 30 Meter hohen Bäumen fasziniert mich so sehr, dass ich hier Ewigkeiten verweilen können. Daher kann ich auch nicht verstehen, dass uns zwischendurch eine fünf-köpfige Familie mit Musik samt scheinbar guten Lautsprechern begegnete, die den gesamten Wald beschallten. Haben die kein Gespür für solche Naturwunder und warum gehen die nicht einfach ins Freibad?

Zudem wurden wir mal wieder – wie kann es anders sein – mit einem Wasserfall und einem Pool belohnt, der allerdings heute sehr erfrischend war. Einmal hin und her schwimmen war wirklich genug, um Erfrierungen vorzubeugen. Selbst Nadcha wollte schnell wieder raus, weil ihr zu kalt war. Und das soll schon was heißen.

Abends freuten wir uns auf unseren Stellplatz, der allerdings heute zum Wochenende ziemlich voll ist und die Idylle etwas trübt. Aber egal, wir sind im Paradies. Auch wenn ich mich heute Abend nicht in die Dusche traue und die Spinne auch ganz bestimmt etwas Ruhe benötigt. 

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