Weihnachten in den Blue Mountains
Für die Weihnachtstage hatten wir uns die Blue Mountains ausgesucht und dort einen Campingplatz für drei Tage gebucht. Die Blue Mountains sind ein Gebirge 60 km westlich von Sydney und große Teile der Blue Mountains wurden im Dezember 2000 vor allem wegen des Artenreichtums an Eukalyptusbäumen zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Das ätherische Eukalyptusöl verdunstet und feiner Nebel liegt über den Bergen und sorgt für die Blaufärbung bei Tag – daher der Name.
Über die Feiertage haben wir einige wunderschöne Wanderungen gemacht und die Schönheit der Landschaft ist kaum in Worte zu fassen. Wir wanderten fast alleine durch Farn- und Palmenwälder, Eukalyptuswald und hängende Sümpfe, die von den Felswänden herabhingen. Aussichtspunkte liessen Blicke über das riesige Baumareal zu und bis zum Horizont waren nur Bäume, Felsformationen und der blaue Nebel zu sehen. Besonders die Tour bei Dunkelheit, der Nightlit Walk, begeisterte Nadcha. Mit ihrer Stirnlampe marschierte sie vorneweg und wäre die Runde am liebsten mehrfach abgelaufen.
Selbstverständlich war es über Weihnachten an den Haupt-Touri-Attraktionen sehr voll – viele Inder und Chinesen waren lautstark unterwegs, was die Idylle an diesen Stellen sehr schmälerte. Zum Glück laufen die meisten Touristen immer nur 50 Meter zu den Aussichtspunkten und steigen dann wieder in ihren Bus. Leider hatte ich außerdem eine Erfahrung der dritten Art, zwar nicht mit Außerirdischen, dafür mit einer Chinesin Samt Enkeln. Nadcha und ich erspähten einen Echidna und durch unsere Beobachtung machten wir eine Gruppe Chinesen auf diesen aufmerksam. Sofort waren alle in heller Aufregung, schrieen wild durcheinander und eine chinesische Oma trat diesem seltenen und geschützten Tier doch tatsächlich im Nationalpark auf den Rücken. Vermutlich wollte sie testen, wie er reagiert. Der Echidna reagierte kaum und versuchte schnell zu flüchten. Ich hingegen war außer mir und hätte noch Stunden nach dieser Aktion Baldrian gebrauchen können.
Für die Weihnachtstage hatten wir vorsorglich den Kühlschrank gut gefüllt. So gut, dass dieser es nicht mehr richtig packte und zu tropfen begann. Weihnachten am Camper und bei 30 Grad fühlte sich dieses Jahr seltsam an, war aber wunderschön. Den Camper hatten wir weihnachtlich geschmückt und Heiligabend gab es Fisch vom Grill mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf. Nadcha war sehr aufgeregt und hatte extra Gras und Blumen für die Rentiere gesammelt – Santa und das Christkind in Verbindung zu bringen scheint für sie überhaupt kein Problem. Nachdem wir nach dem leckeren Essen eine kurze Runde auf dem Campingplatz drehten, nutze das Christkind den unbeobachteten Moment. Nadcha freute sich wahnsinnig über das lang ersehnte Elsa Tütü und eine Kuschel – Meeresschildkröte, wie wir sie auf Heron Island gesehen haben. Bis spät am Abend wurde gespielt, gesungen und getanzt.
Außerdem nutzten wir die ruhigen Tage hier, um unsere Reiseplanung für unsere restlichen Tage in Australien voranzutreiben. Am 12.01. fliegen wir von Melbourne nach Christchurch und wir wollen unbedingt noch die Great Ocean Route fahren. Da aktuell Ferien sind und wir nur sehr schwer oder teilweise keine freien Plätze auf Campingplätzen entlang unserer Strecke nach Melbourne erhalten haben, stellte sich diese Planung als sehr stressig heraus. Aber nun steht endlich unser Plan und bis auf zwei Stellplätze ist alles reserviert.
Wir hoffen das Christkind hat es von den Blue Mountains schnell nach Deutschland geschafft. Wir wünschen allen Frohe Weihachten und erholsame Feiertage und senden herzliche Grüße.













Koordinaten: S 33.72467 & = 150.30259
what3words: ausgelegte.bauvorhaben.manuskripte