Auf zur Nordinsel
Seit dem Zyklon Gabrielle vor ca. 3 Wochen war der Fahrplan der Interislander Fähren komplett durcheinander. Unsere Fähre, die Kaitaki war durch den Sturm beschädigt worden und fuhr seither nur Fracht und keine Passagiere. Doch seit gestern war der Homepage zu entnehmen, dass die Fähre mit dem 04.03. wieder den regulären Betrieb aufnehmen würde. Was für ein Glück kann man haben?!
Wir machten uns also am Morgen zeitig auf den Weg nach Picton, da eine kurvenreiche Strecke entlang der Sounds vor uns lag. Die Strecke meisterten wir drei ohne größere Probleme, sodass wir in Picton noch etwas Zeit zum Bummeln und Essen hatten. Im Anschluss ging es drei Strassen weiter zum Fährhafen und dort weiter zum Vehicle Check-in. Hier wurden wir in unsere Spur eingewiesen und warteten mit den unzähligen anderen LKW, Campern, Autos und Motorrädern darauf, dass es losging. Als sich die Schlange endlich in Bewegung setzte, fuhren wir zügig in den stählernen Bauch der Fähre. Wir wurden auf dem offenen Deck ganz am Rand des Schiffes auf unseren Stellplatz eingewiesen und verließen unseren Camper in Richtung Aufenthaltsräume.
Mit 15 Minuten Verspätung ging es dann um 2:30h in Richtung Wellington los. Die Überfahrt sollte ca. 3:30h dauern. Wir fanden einen netten Platz mit Panoramablick und vertrieben uns die Zeit mit Kartenspielen, Obst, Muffins und Kaffee.
Nadcha lernte ein gleichaltriges französisches Mädchen kennen, mit der sie Bilder ausmalte und Fingernägel mit Frozen-Kinder-Nagellack lackierte. Es war schön zu sehen, dass das Spielen trotz Sprachbarriere Deutsch/Französisch hervorragend klappte.
Mit der Durchsage des Captains liefen wir pünktlich zurück zu unserem Camper auf Deck 5, um auf die Abfahrt zu warten. Glücklicherweise waren wir mit die ersten, die von der Fähre fuhren und so erreichten wir auch zeitnah und vor allem vor dem großen Ansturm der anderen Camper unseren Top 10 Holliday Park etwas außerhalb von Wellington. Auf der Fähre haben wir von der französischen Familie den Tipp für eine Internetseite erhalten, die eine Übersicht über alle Strassenzustände gibt. Mit dieser Hilfe können wir den Rest unserer Reise sehr gut planen. So wie es scheint, können wir fast alle Regionen anfahren, die wir uns vor der Reise rausgesucht haben. Nur noch wenige Strassen scheinen komplett gesperrt zu sein nach dem Zyklon.
Nun haben wir noch 18 Nächte auf der Nordinsel vor uns und so langsam neigt sich unsere Reise dem Ende zu. Wir betrachten diese Tatsache mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wo ist die Zeit nur geblieben? Dennoch fühlt es sich nicht an, als wären wir vorgestern erst in unser Abenteuer gestartet. Wir haben so unglaublich viel sehen und erleben dürfen und dennoch liegt noch ein Monat voller Abenteuer vor uns.



Koordinaten: S 41.23449 & O 174.91032
what3words: kratzer.aufheben.klubs