Barrytown

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Selbstverständlich ließen es sich Nanette und Nadcha nicht nehmen den Morgen mit einem Sprung in den See zu beginnen. Danach ging es auf die Strasse und weiter Richtung Greymouth. Vor uns lag nochmals eine kurvenreiche Strecke entlang der Ausläufer der Gebirgskette. Der Blick war erneut gigantisch. Immer wieder tat sich zu unserer Linken das Meer auf, während zu unserer Rechten dicht gewachsener Regenwald die filigranen Hänge bekleidete. Dieses Bild begleitete uns mindestens 1:30h und es wurde nicht langweilig.

Kurz vor Hokatiki fanden wir den Hinweis auf einen Tree Top Walk, den wir nicht unbeachtet lassen wollten. Der kleine Abstecher führte uns zu einem großen Parkplatz und einem Café-Restaurant. Hier konnte man Tickets für den Walk erwerben. Der Weg hinter dem Café führte uns ca. 300m zum Einstig einen Hügel hoch. Von hier ging es über eine Brückenkonstruktion in ca. 30m Höhe über dem Dach des Regenwaldes entlang. Von hier aus hatte man einen sehr guten Blick in die Äste und Baumkronen, die Lebensraum bieten für Moose, Flechten, Farne und Orchideen. Nach gut 60 Minuten ging es für uns im Anschluss wieder zurück zum Camper.

In Hokatiki wurde es dann mal wieder Zeit für eine Tankfüllung und selbst an unserer bevorzugten günstigen Tankstellenkette wurde uns der Diesel mit 2,36 NZD abgerechnet. Bisher waren wir mit taktischer Finesse immer mit 2,14 NZD hingekommen, selbst wenn die umliegenden Tankstellen teils bis zu 2,60 NZD für den Diesel verlangten.

Das Wetter war heute erneut hervorragend. Einzig ein strammer Wind begleitete uns – ein Ausläufer des Zyklon Gabrielle. Hier – noch weit genug im Süden und westlich der Bergkette – bekamen wir nicht mehr von diesem Zyklon mit, der im Moment Neuseeland im Atem hält. Wir haben WeatherWatch auf Twitter abonniert und bekommen so das Wichtigste mit. Heute Nacht hat der Zyklon von Neuseeland abgedreht, womit das schlimmste (wettertechnisch) überstanden sein sollte. Neuseeland hat derzeit 4 Tote zu beklagen und über 1.400 Menschen sind nicht erreichbar. Gestern Morgen um ca. 8:00 Uhr wurde der Notstand ausgerufen.

Unser Plan war es in den kommenden 3 Tagen die Region um Abel Tasman zu erreichen – den Norden der Südinsel. Am 26.02. geht unsere Fähre dann von Picton auf die Nordinsel nach Wellington. Bisher gab es dort nur übermäßig Regen diesen Sommer. Aber nach diesem Zyklon alles wieder auf Vordermann zu bekommen, wird mit Sicherheit einige Zeit dauern. Wir sind also gespannt was uns dort erwartet und überlegen unsere Reisepläne zu ändern. Viele Strassen sollen gesperrt und die Infrastruktur ganzer Gegenden zerstört sein. Wir werden die Entwicklungen in den nächsten Tagen verfolgen.

Nachdem wir also Hokatiki hinter uns gelassen hatten, steuerten wir unser Schiff in Richtung Greymouth. Ich hatte gestern Abend noch einen Freedom Campingplatz 30 Minuten hinter Greymouth herausgesucht, auf dem wir die Nacht verbringen wollten. Als wir dort gegen 16h ankamen, konnten wir uns noch zwischen 2 der 3 möglichen Stellplätze direkt am Meer entscheiden. Wir hatten also Glück und die Entscheidung heute ausnahmsweise schnell getroffen. Danach ging es ohne Umwege ins Meer. Unser Abendessen nahmen wir hinter unserem Camper mit Blick aufs Meer ein. Hier erhielten wir sogar noch Besuch von einem garnicht scheuen Weka, der bis unter unseren Tisch spazierte auf der Suche nach Futter.

Unser Abend wurde perfekt abgerundet mit einem kleinen Spaziergang am Meer und einem grandiosen Sonnenuntergang.

Koordinaten: S 42.24518 & O 171.30962

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