Doubtful Sound
Captain Cook war 1770 nicht sicher, ob er aus dem Zugang zum Doubtful Sound wieder heraus segeln könnte und mied die Fahrt hinein. In sein Logbuch schrieb er dazu, „I am doubtful if the wind will take us out again and I don’t want to be imprisoned here.“ Später sollte dies für die Namensgebung des Doubtful Sound dienen. Den Europäischen Siedlern ist bei der Namensgebung jedoch ein Fehler unterlaufen. Der Sound ist streng genommen ein Fjord, da er durch Gletscher entstanden ist und nicht durch einen Flusslauf.
Die Maori hatten lange vorher bereits ihren eigenen Namen für den Sound: Patea. Dies bedeutet soviel wie „Sound of Silence“ und hiermit beschreiben sie diesen wundervollen Ort sehr treffend.
Um zum Doubtful Sound zu gelangen wurden wir mit dem Boot ca. 50 Minuten über den Lake Manapouri gefahren, hin an das Ufer des nordwestlichen Arms, an dem ebenfalls seit den 1960er Jahren ein Wasserkraftwerk mit 800MWh Leistung steht. Hier wurden wir mit Bussen weitere 45 Minuten über den Wilmot Pass an das Ufer des Doubtful Sound chauffiert. Hier ging es dann endlich auf das Schiff für unsere Doubtful Sound Cruise. Wir starteten bei tollem Wetter, sollten über die Fahrt aber so ziemlich alle Wettererscheinungen erleben, die der Sound zu bieten hat. Während unserer Fahrt hoch zur Tasman Sea hatten wir Sonnenschein, Nebel und Regen sowie Windstille und Starkwind. Was für ein Erlebnis – wir fühlten uns als hätten wir eine Bonusvorstellung erhalten.
Der Doubtful Sound hat eine Länge von ca. 40km und ist mit 421m Tiefe der tiefste unter den Neuseeländischen Fjorden. In den Fjordarmen soll über dem Salzwasser, das aus dem Meer zufließt, eine bis zu 5m hohe Schicht aus Süßwasser aufschwimmen, die kontinuierlich aus den unzähligen Wasserfällen gespeist wird. Der unberührte, dichte Wald, der bis runter an die Wasserkante reicht, sieht malerisch aus. Die riesigen mit Moosen und Flechten behangenen Buchen hier dienten als Vorlage für die Ents aus Herr der Ringe. Das pechschwarze Wasser verleiht dem Fjord eine mystische Erscheinung. Egal ob Sonnenschein oder wolkenbehangen und Nebel – der Doubtful Sound war unglaublich beeindruckend und die Reise wert. Außer unserem Boot war kein Mensch auf dem Sound unterwegs und wir durften einen fast ausschließlich unberührten Ort erleben.
In Bluff Point, dem einzigen „Ort“ in diesem Gebiet, der als Hafen für den Doubtful Sound dient, wohnen genau 2 Menschen. Diese betreiben eine kleine Jugendherberge für Jugendgruppen, die den Sound und die Umgebung erkunden wollen. Überhaupt leben im gesamten Gebiet der Fiordlands nur 30 Menschen. Mittwochs ist immer der aufregende „Bark Day“, an dem unter anderem Diesel für die Schiffe und Busse sowie Ersatzteile geliefert werden. Auch einen Fernwanderweg gibt es hier in der Gegend. Allerdings benötigt man für diesen 5 zusammenhängende regenfreie Tage. Da es die eigentlich nie gibt und es ständig ordentlich schüttet, muss man sich für diese Wanderung mit extra Proviant für extra Tage eindecken, für den Fall, dass man zwischen angestiegenen Flüssen ausharren muss, bis diese wieder passierbar sind. Von Massentourismus kann man daher hier auch nicht sprechen.
Auch wenn wir heute größten Teils nur gesessen oder gestanden haben, waren wir nach den 7 Stunden Tourerlebnis dann doch ziemlich kaputt. Lediglich für eine kleine Abkühlung im Lake Manapouri reichte es noch.









