Haast

Haast

Bevor wir heute Morgen unser Camp der letzten beiden Tage verliessen, sprangen wir alle gemeinsam nochmals in den See. Es war noch ziemlich frisch, aber die Runde im See bei dem Ausblick war gigantisch. Außerdem liess Nadcha ihr selbstgebasteltes Boot fahren und Steine wurden natürlich auch ausgiebig geflitscht vor der Abreise.

Heute wollten wir ein wenig Strecke machen und bis Haast fahren. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch ein Tal der südlichen Alpen vorbei an einigen kristallblauen Flüssen und dichtem Regenwald. Immer wieder wurde auf Wanderungen und Aussichtspunkte hingewiesen, die wir heute jedoch links liegen liessen. Es knubbelten sich einfach zu viele Touristen, Camper und sogar Reisebusse an den dazugehörigen Parkplätzen. Marc und ich mögen es einsam und Touristenautobahnen sind für uns ein Horror. Sogar die Blue Pools, die wir bei unserer letzten Reise hier bestaunten, wurden von uns heute ausgelassen. Auf dem zugehörigen Parkplatz formierte sich bereits eine Warteschlange vor den Toiletten und als dann noch Ausflugsbusse anhielten, ergriffen wir die Flucht. Arrogant und gleichzeitig treffend fasste Marc das Auslassen dieser Touristenattraktionen zusammen: „Das brauchen wir uns doch nicht antun. Wir haben alles gesehen.“ Und das stimmt. Wir haben die wundervolle Natur der Alpen und des Fiordlands durch unser Campen an abgelegenen Orten und einsame Wanderungen so intensiv bestaunen und kennenlernen dürfen, dass wir uns nicht mit hunderten anderer Touris über eine Brücke quetschen müssen, um einen blauen Pool zu sehen. Wir fuhren also entspannt weiter.

Den Campingplatz in Haast haben wir angesteuert, um Strom zu tanken und mal wieder heiß zu duschen. Besonders schön ist Haast nicht gerade und so fuhren wir am Nachmittag 5km weiter ans Meer. Hier wurden seit langem mal wieder Muscheln gesucht und Nadcha und ich unternahmen einen Versuch im Meer zu baden. Die Wellen waren allerdings zu hoch und die Strömung zu stark – wir müssen das Glück ja nicht herausfordern.

Zurück auf dem Spielplatz lernte Nadcha Kinder kennen und zusammen wurde gespielt, gehüpft und geschaukelt bis die Sonne unterging. Für Nadcha sind die Begegnungen mit anderen Kindern sehr wichtig und wir sind begeistert, wie selbstverständlich und selbstbewusst sie mittlerweile auf fremde und sogar englischsprachige Kinder zugeht.

Koordinaten: S 43.86486 & O 169.04645

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