Kaikoura

Kaikoura

Nanette hat ein Wal-Trauma. Zuletzt wurde ihr eine Walsichtung verwehrt als wir vor ca. 7 Jahren in Neuseeland waren und wir wegen schlechtem Wetter nicht aufs Wasser konnten. Auch bei anderen Gelegenheiten hatte sie bisher kein Glück. Da wir gestern ebenfalls keinen großen Wal gesichtet haben – also das Blas, den riesigen Körper im Wasser, oder die Flosse beim Abtauchen, entschloßen wir kurzerhand die Tour nochmals zu buchen und morgen soll es dann erneut soweit sein.

Heute hatten wir den Tag daher für die weitere Erkundung der Region um Kaikoura zur Verfügung. Etwas nördlich entlang der Küste lebt die größte Robbenpopulation Neuseelands. In der Region tummeln sich ca. 2.000 Exemplare. Wir wussten noch von unserem letzten Besuch in Neuseeland, dass es eine Stelle an der Küste gibt, an der Baby Robben einen Fluss hoch wandern bis zu einem Wasserfall. Dort halten sie sich mehrere Tage auf und spielen miteinander bis sie hungrig zu ihren Müttern zurück wandern. Dies wollten wir uns erneut anschauen.

Leider sah die Gegend ziemlich anders aus, als wir es in Erinnerung hatten. Es lagen unzählige Robben rund um die Meeresfelsen und die Flussmündung gab es ebenfalls noch. Allerdings war kein Wanderweg zum Wasserfall zu sehen. Wir beobachteten allerdings ein paar Leute, die über Bahngleise liefen und im Wald verschwanden. Das musste es doch sein… nichts wie hinterher. Ein Tor versperrte den Zugang zu einem überwucherten Trampelpfad. Hier sollte man wohl nicht lang. Egal. Um das Tor herum hatte sich bereits ein ordentlicher Weg etabliert, den wir ebenfalls nutzen. Der Trampelpfad führte uns entlang des kleinen Flusses teils über unwegsames Gelände. Aber wir waren richtig. Dies verrieten uns alte Schilder und später eine Holzbrücke, die überquert werden wollte.

Später sollten wir lernen, dass es in Kaikoura im November 2016 ebenfalls ein größeres Erdbeben gegeben hatte. Die Region liegt auf der Südpazifischen Platte, die an die Australische Platte angrenzt und unter diese gedrückt wird. Unter anderem ist das Bergmassiv um Kaikoura herum ein wunderschönes Resultat davon. Nach dem Erdbeben in 2016, welches den Weg stark verwüstete, hat man aber wohl diese Sehenswürdigkeit aufgegeben.

Dennoch, wir waren jetzt da und bahnten unseren Weg bis zum Wasserfall. Leider waren keine Baby-Robben zu sehen. Hier trafen wir aber die Leute, die uns auf die Fährte gebracht hatten und diese erzählten uns, dass im Oktober viele Robben am Wasserfall waren. Jetzt scheinen die Robben bereits zu groß und schwer zu sein, um den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen. Ein wenig enttäuscht genossen wir dennoch die tolle Atmosphäre des Wasserfalls.

Im Anschluss war es Zeit für unser Mittagessen. Hierfür suchten wir uns einen Rastplatz entlang der Küstenstrasse und landeten mit dem Ohau Point einen Volltreffer. Die kleine Küstenzunge bot einen sensationellen Ausblick auf Meer, Felsen und zahlreiche Robben. Da schmeckte das Brot noch einmal so gut.

Nachdem Nanette ein kleines Nickerchen gemacht und Nadcha und ich in gebührende Atmosphäre „Piraten“ gespielt hatten, ging es zu einem Campingplatz in Kaikoura. Hier konnten wir den Camper endlich wieder an den Strom hängen und mit Frischwasser betanken. Auch Wäsche wurde mal wieder gewaschen. Ganz zur Freude Nadchas stand hinter uns ein kleiner gelber Wohnwagen von Kath Bee. Die Songwriterin spielte für die Kinder Abends einige ihrer tollen Kinderlieder auf der Gitarre und Nadcha sang sogar ein paar Worte auf englisch mit.

Koordinaten: S 42.39370 & O 173.67779

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