Long Bay

Long Bay

Heute sollte sich zeigen, ob wir mit unserem Camper auch tatsächlich wieder vom Campingplatz runter kommen würden. Die nette Damen im Office hatte gesagt, dass wir nicht vor 10h losfahren sollen. Für den Fall, dass wir am steilen Stück der Schotterstrasse hängen blieben, wäre ein Traktor verfügbar, der uns rausziehen könnte – der Fahrer ist aber erst ab 10h im Einsatz.

Mit dieser Vorgabe hatten wir überhaupt kein Problem. Gegen 10h fuhren wir die Kiste dann die steile Schotterstrasse hoch – ohne Probleme – und parkten auf dem vorgelagerten Teil. Von hier aus ging ein winziger Loop Track durch den Wald zu Kauribäumen. Ein großes und zugleich altes Exemplar mit stolzen 1.200 Jahren war noch vorhanden, was wir uns anschauen wollten. Am Eingang zum Walk wurden wir von einer netten Dame in Empfang genommen, die Buch über die Wanderlustigen führte und darauf achtete, dass auch jeder die Schuh-Desinfektions-Station nutzte. Denn man hat große Angst, dass Sporen eingeschleppt werden könnten, die die Kauribäume dahin raffen. Bei einem verbleibenden Exemplar mit einem Alter von 1.200 Jahren war die Angst verständlich und keiner von uns dreien wollte für einen unangenehmen faux pas verantwortlich sein.

Nach der Desinfektionsstation ging es los durch den Wald. Nadcha hatte von Mats ein neues Spiel aufgeschnappt. „Ninja“ war der neuestes „heiße Scheiss“. Nachdem ich Nadcha dann erklärt hatte, das sich Ninjas absolut lautlos und nahezu unsichtbar bewegen, war die Wanderung unglaublich entspannt. Wir mussten uns nicht nur ein Mal rückversichern, dass unsere kleine Maus überhaupt noch da ist 😉

Von weitem sahen wir schon das unglaublich beeindruckende Blätterdach des alten Kauribaumes. Als wir dann vor dem Kollos standen und die Ausmaße erleben durften, war er noch beeindruckender. Unglaublich, was die Natur in den Facetten der Evolution alles hervorgebracht hat, bzw. hervorbringt. Nachdem wir den Schmerzen durch die Nackenstauchung nicht mehr Stand halten konnten, liefen wir weiter durch den Wald. Der Weg führte uns noch vorbei an einer Vielzahl deutlich kleinerer und jüngerer Kauribäume, die aber dennoch bestimmt gut 300 Jahre auf dem Buckel hatten. Die Wanderung war lohnenswert und viel zu schnell vorbei. Da der Tag noch jung war, suchten wir uns gleich das nächste Abenteuer.

Unser Campingplatz bot einen Kajakverleih an, den wir sogleich in Anspruch nahmen. Die ambitionierte Nanette konnte ich von 2h Kajak auf 1h runter handeln und so machten wir uns auf das Wasser. Nanette im 1er und Nadcha und ich in einem 2er. Wir fuhren insgesamt drei Buchten ab, vorbei an unserem Campingstellplatz der letzten Nacht. In einem ausladendem Bogen über das offene Wasser ging es dann zurück zu unserem Startpunkt. Nadcha hatte sichtlich Spass, als die Wellen etwas höher wurden und wir die Gischt abbekamen. Da es gegen den Wind zurück ging, wurde es auf den letzten paaaaar hundert Metern richtig anstrengend. Letzten Endes waren alle froh, dass wir die Kajaks nur für eine Stunde gemietet hatten. Dennoch werden wir morgen mit Sicherheit einen ordentlichen Muskelkater haben.

Um unseren Hunger zu bändigen, hielten wir gleich in Coromandel Town an und bestellten die obligatorischen Fish & Chips, Greenshell Mussles, eine Pizza und Calamari für Nadcha. Wir saßen herrlich im Halbschatten unter einem großen Baum im „Pepper Tree“. Das Essen war hervorragend und machte satt – was kein Wunder war. Beeindruckend war die Technologie, die das Restaurant auffuhr. Man bekam hier keine herkömmliche Karte, sondern ein kleines Tablet, über das man gleich die Bestellung ausführte. Bezahlt wurde ebenfalls per QR code – dennoch hatten wir ein nettes Gespräch mit der Bedienung.

Nach den ganzen Erlebnissen war es nicht verwunderlich, dass Nadcha eingeschlafen war, bevor sie bis 5 gezählt hatte. Das war auch unser Glück, da vor uns 45 Minuten einer höchst kurvenreichen Küstenstrasse lagen. Die westliche Strasse entlang der Küste von Coromandel ist aber gleichzeitig die schönste Küstenstrasse, die ich je in meinem Leben gefahren bin. Es war wundervoll, wie der dichte Wald bis an und über die Strasse hing, zur Rechten immer wieder der Blick auf das Meer frei wurde, und am Horizont das Festland von Neuseeland zu erkennen war.

Wir steuerten einen Freedom Campingplatz kurz vor Thames in Tararu an. Hier hatten wir einen schönen Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Zuvor waren wir noch am Strand entlang spaziert und Nadcha baute Gräben und Burgen.

Koordinaten: S 37.10902 & O 175.51841

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