Mount Peel, Waikari Hills

Mount Peel, Waikari Hills

Wir kamen kurz nach 12 Uhr auf unserem heutigen Camping Platz Peel Forest an und meldeten uns beim Park Host zum Check-in. Der Campingplatz ist für ein staatliches Recreation Camp sehr luxuriös und bietet so ziemlich alles was man benötigt: Trinkwasser, Strom, Camp Kitchen, Mülltonnen, Warmwasser, Duschen und sogar eine Laundry.

Nachdem wir unseren Camper an den Strom geschlossen und einen Happen zur Stärkung gegessen hatten, ging es auf zu einer Wanderung. Wir konnten direkt vom Campground starten und weil zwei von drei aus unserer Reisegruppe Bewegungsmangel hatten, kombinierten wir auch gleich drei Walks. Unser erstes Ziel waren die Aclands Fall. Hierzu tauchten wir direkt von der Strasse in den dichten verwunschenen Wald ein und machten unseren Weg bergauf, nur um gleich wieder die gewonnenen Höhenmeter abzugeben. Der Wasserfall plätscherte aus ca. 30m Höhe in eine winzige Schlucht an deren Fuße wir nun standen.

Die Region im Landesinneren liegt nicht am touristischen Neuseeland Highway, weshalb man hier nur sehr wenigen Menschen begegnet. Somit waren wir auch am Wasserfall ganz für uns alleine und wanderten danach weiter zum Te Wanahu Flat. Dieser Wanderweg zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass er unglaublich matschig war und wir allerhand damit zu tun hatten uns nicht auf den Allerwertesten zu setzen.

Nanette und mir war noch immer im Kopf hängen geblieben, dass wir vor ca. 7 Jahren in Neuseeland (fast) kein Vogelgezwitscher gehört hatten. Damals sagte uns ein Ranger, dass die Opossums im 19. Jahrhundert eingeschleppt wurden. Die Vogelwelt in Neuseeland hatte vorher keine Fressfeinde, sodass viele Vogelarten auf dem Boden oder an Baumwurzeln nisten und auch keinen Fluchtreflex haben. Die Opossums breiteten sich aber rasant aus und wurden zur Plage, die die Vogelwelt sehr schnell dezimierte. Das Resultat war die unwirkliche Stille in den Wäldern. Damals gab es bereits viele Jäger, die den Opossums an das wertvolle Fell gingen. Zudem gab es zu dieser Zeit vereinzelt Initiativen von Rangern Fallen aufzustellen, um die Opossum Plage einzudämmen. Diese Initiativen scheinen erfolgreich zu sein, denn heute hörten wir während unserer gesamten Wanderung einen lebhaften Wald mit vielen verschiedenen Vogelgesängen.

Von Te Wanahu Flat gingen wir den Big Tree Walk weiter. Wir hatten ja bereits in Australien einige große Bäume gesehen und hofften entsprechend, dass der Name des Walks nicht übertrieben war. Bereits das erste Exemplar eines „Big Tree“ ließ uns die Backen aufpusten. Der Name hielt was er versprach. Wir standen vor einem stattlichen Baum mit einem Durchmesser von ca. 5 bis 6m. Die Maori nutzen diese Kahikatea Bäume um Kanus zu schnitzen, in denen bis zu 100 Krieger Platz fanden. Wie ich so vor diesem Monstrum stand, fragte ich mich jedoch, ob die Maoris je ein solches Kanu fertig gestellt haben?

Natürlich führte der Wanderweg auch an dem größten Baum in der Region vorbei. Ein Kollos mit einer Höhe von 31m und einem Umfang von 8,4m. Sein Alter wird auf mindestens 1.000 Jahre geschätzt. Da standen wir nun mitten im Wald vor so einem riesigen Geschöpf und fühlten uns so unglaublich klein.

Den Rückweg liefen wir durch eine enge Schlucht und neuseeländischen Nieselregen zurück zu unserem Campingplatz. Aus unserem Camper beobachteten wir bei einem Kaffee wie die Wolken von den umliegenden Bergen herab krochen und das Tal in eine mystische Kulisse verwandelten.

Koordinaten: S 43.89013 & O 171.26628

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