Atemberaubend

Atemberaubend

Die Thundercat schoss heute deutlich schneller über das Wasser, als die Tongarra, mit der wir gestern durch die Whitsundays schipperten. Um genau zu sein mit 30 Knoten – ca. 56km/h – und somit legten wir die gleiche Strecke ca. 6x schneller zurück als gestern.

2 Schnorchelstopps waren heute geplant. Der erste Schnorchel-Spot war das Riff, über welches wir gestern bereits geschnorchelt sind. Warum auch immer – heute schien das Riff nochmals bunter, artenreicher und vielseitiger zu sein als gestern. Auch das Wasser war klarer. Unzählige bunte Rifffische schwammen geschäftig vor unseren Taucherbrillen hin und her. Riesen Anemonen, die Clownfische beherbergen, zogen unter uns vorbei, während wir uns von der Strömung über das Riff schieben ließen. Riesenmuscheln und die verschiedensten Korallen besiedeln hier den Boden. So sieht es also aus, wenn ein Riff noch Intakt ist. Von diesem Anblick kann man nicht genug bekommen. Heute haben wir Nadcha zwei Lagen lange Schwimmbekleidung angezogen und so wurde ihr auch nicht kalt. So vergingen die gut 45 Minuten wie ein Wimpernschlag und es ging auf zum nächsten Schorchel-Stopp.

Manta Ray Bay. Der Name läßt Großes vermuten, doch leider nicht zu dieser Jahreszeit, wie der Guide sagte. Auch Korallen gibt es hier nicht? Da stellt sich die Frage, warum man hier ins Wasser gehen sollte? Wegen der Fische war die Antwort. In Manta Ray Bay gibt es viele und große, sehr große Fische. Kaum kam die Thundercat zum stehen erahnte man bereits, was hier unter der Wasseroberfläche los ist. Da wir heute strategisch hervorragende Sitzplätze wählten, waren wir die ersten, die ins Wasser sprangen. Kurz vorher bekamen wir noch die Anweisung, die Fische nicht mit den Händen zu berühren, da die Sonnencreme schädlich für die Schutzschicht der Fische ist. Nadcha konnte es nicht erwarten und sprang von der Mitte der Leiter bereits ins Wasser. Der Blick unter die Wasseroberfläche entlockte mir ein langes, staunendes „Ohhh“, das durch meinen Schnorchel an die Wasseroberfläche entwich. Nadcha und ich wurden direkt von einer Maori Wrasse begrüßt, die größer als Nadcha war. Ihr Auge drehte sich in alle Richtungen während sie gemütlich an uns vorbei schwamm. Ab diesem Zeitpunkt hörte man Nadcha nur noch durch den Schnorchel lachen.

Fische überall – gelb und blau gestreift. Hunderte Fische schwammen um uns herum so nah, dass man sie mit der Nase hätte berühren können. So viele Fische, dass man fast kein Wasser mehr gesehen hat. Atemberaubend und unglaublich. Dieser Schnorcheltag wird wohl unvergesslich bleiben.

Danach sollte es für uns nochmal nach Whitehaven Beach gehen. Dieses Mal allerdings an das westliche Ende. Hier befindet sich eine ausladende Bucht mit flachem Wasser. Das perfekte Jagdgebiet für Stachelrochen, die dort kleine Tiere am Boden suchen. Ein Exemplar war so neugierig, dass es bis auf 1m an uns heran schwamm. Stachelrochen waren jedoch nicht die einzigen Genossen, die an uns vorbei schwammen. Ebenfalls sahen wir kleine Haie und eine Meeresschildkröte.

Das Einzige was abstoßend wirkte, war die Schar von Menschen, die mit Dosenbier im seichten Wasser der Bucht stand und lag oder am Strand damit beschäftigt war sich Bälle zuzuwerfen. Was machen die da? Warum hier an so einem wundervollen Ort? Sollen die sich doch an den Pool legen. An Skurrilität nicht zu überbieten war, dass eine Meeresschildkröte nur ca. 2m an einer Partymeute vorbei schwamm, ohne dass es ein einziger Feiervogel mitbekam. Aber wahrscheinlich war das so auch besser – für die Meeresschildkröte.

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