In the sticks

In the sticks

Jetzt haben wir sechs Tage in einem Adventure Touri Park geschlafen und Nadcha war erst einmal im Riesen Wasserrutschen-Park. Das ist in der Tat sehr wenig, da musste ich Nadcha Recht geben, und so startete der Tag mit einer Stunde im besagten Park. Ich weiß nicht wie oft Nadcha und ich heute jede der 12  Rutschen runter gedüst sind, aber es waren einige Male.

So verliessen wir den Campingplatz erst etwa eine Stunde nach Check-Out-Time und deckten uns im Anschluss mit Nahrungsmitteln ein. Denn heute nahmen wir Kurs auf einen Campingplatz im Nationalpark, der Stellplätze ohne Stromversorgung, Internet und Mobilfunkempfang anbietet und auch Supermärkte gibt es in der Umgebung nicht. 

Nadcha schlief auf der zweistündigen Tour fast die ganze Zeit. Wir fuhren weg von der Küste in Richtung Landesinnere, erst an Zuckerrohr vorbei und dann in den Regenwald. Die Strassen wurden immer schmaler und schließlich einsspurig. Scheinbar waren wir bereits so weit ab vom Schuss, dass selbst die Australier meinen, dass sich eine zweispurige Strasse hier nicht lohnen würde. Hier sollte uns lieber niemand entgegenkommen, aber hierher verirren sich wohl kaum Menschen. Wenig später dann ein Warnschild – letzte Tankstelle. 

Und dann, mitten im Regenwald erschien dann endlich ein Schild, welches auf das Platypus Eco Bush Camp hinwies. Jwd… Janz weit draußen ist hier das Motto. Die 7 Stellplätze direkt am Finch River sind wunderschön gelegen und auf dem Weg zum Office kamen wir an offenen Bush-Duschen und Wald-Toiletten vorbei. Ein grummeliger alter Mann nahm uns 30 Dollar für den Stellplatz ab und erzählte uns, dass man hier im Pool schwimmen kann – aber bitte ohne Sonnencreme oder Repellant. Offensichtlich hat „grumpy grandpa“ hier am Fluss vor 30 Jahren einen keinen Staudamm gebaut, so dass man im Naturpool wunderbar schwimmen kann. Nadcha hatte mit den Autoschläuchen im Wasser riesigen Spaß und wir genoßen die Ruhe und Schönheit dieses Ortes. Auf dem Weg Richtung Camper, trafen wir einen Kanadier, der seit fünf Jahren in Australien wohnt und berichteten ihm, dass wir hier unbedingt Schnabeltiere sehen wollen. Um 17:30 Uhr ist wohl die beste Zeit dafür.

Im Anschluss  ans Schwimmen lautete unsere Mission daher: Operation Platypus. Wir gingen einige Minuten den Fluss hinauf zu einem kleinen See. Tatsächlich haben nach einiger Zeit einen Schnabel einige Male auftauchen sehen. Allerdings sehr weit entfernt und eher zu erahnen. Plötzlich sprach uns eine Spanierin an und fragte uns, ob wir die deutsche Familie seien, die unbedingt Schnabeltiere sehen will. Das hätte ihr der Kanadier erzählt. Sie berichtete, dass es einen sehr sicheren „Platypus-Spotting-Place“ gibt, den wir jetzt für morgen einplanen. Die besten Infos bekommt man einfach auf dem Campingplatz und im Gespräch und wirklich witzig, wie sich immer alles entwickelt und zusammenfügt.

Wir nahmen unser Abendessen mit Stirnlampen am Camper ein und lauschten den Geräuschen der Tiere und dem Flusses. Einfach unglaublich. Und ohne Lampen konnten wir 1000 Sterne am Himmel sehen und sogar Glühwürmchen gibt es hier ohne Lichtverschmutzung noch zu bewundern. 

Koordinaten: S 21.08425 & O 148.63639

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