Operation Platypus, Teil 3

Operation Platypus, Teil 3

Bei Wasserrauschen und Vogelgezwitscher aufwachen. Das Bushcamp ist was ganz besonderes. Nur das metallische Klappern der Schiebetür ab 06:00 Uhr von einem Campervan durchschneidet die Idylle. 

Heute sollte es endlich mit dem Platypus Spotting klappen und hiernach haben wir den Tag ausgerichtet. Früh am Morgen oder ab dem späten Nachmittag bis Abend – zwischen 16h und 19h soll man die beste Chance haben ein Schnabeltier zu sehen.

Wir hatten also noch ausreichend Zeit und somit ging es morgens zuerst einmal für eine Schwimmrunde in den Naturpool. Herrlich erfrischend. Nachdem wir ausgiebig geschwommen waren, ließen wir uns in der Morgensonne trocknen. Grumpy Grandpa war auch schon wach und kam mit seinem Hund vorbei. Er wollte Nadcha den Kakadu Rocky zeigen, der seinen Platz in einer Ecke im Camp hat – ohne Käfig. Anschließend nahm uns Grandpa auch noch mit zu seinen Hühnern. Auch er schien einen Narren an Nadcha gefressen zu haben – Grumpy Grandpa hat eine harte Schale aber einen weichen Kern. 

Vorbei am Naturpool und an einem Schild „private“ ging es ca. 50m einen Buschpfad entlang. Vorbei an vielen Pflanzenzöglingen, einem verrottetem Schulbus  und einem Trimmdich-Fahrrad, dass man aber nur noch zum Training des Bizeps verwenden könnte. Dort war dann auch schon der Hühnerstall mit sechs Hühnern und zusätzlichem Freigehege. Nadcha durfte ein Huhn streicheln und wir bekamen drei nestfrische Eier von Grandpa geschenkt.

Das zweite Frühstück mit Spiegeleiern war sagenhaft lecker und gestärkt ging es zum Finch Hutton Gauge Walk.

Wir haben Nadcha ca. 1,5 Jahre auf unser Sabatical vorbereitet. „Wir können nur auf die große Reise gehen, wenn Du auch ordentlich Wandern kannst“. Nadcha ist ziemlich lauffaul, was zur Folge hat, dass wir als Backup immer eine Kraxe dabei haben und diese auch regelmäßig benötigen.

Heute allerdings war Nadcha auf diesem Wanderweg in ihrer eigenen Welt. Wir kamen vorbei an riesigen Felsen – also Steinriesen (aus: die Eiskönigin). Diese schliefen und wir durften sie nicht wecken. In einem hohlen Baumstumpf fand Nadcha dann den „Beschütz-mich-Hund“ (aus Lauras Stern). Hier bekam Nadcha dann „Feuer-Blitz-Kräfte (aus Paw Patrol) und noch irgendwelche Beschleunigungs-Booster. Somit konnten wir vor den Riesen fliehen, die nun alle aufwachten. All das hatte zur Folge, dass wir … dass Nadcha den 1,4km Hinweg in sensationellen 22 Minuten bewältigte. Was geht denn hier ab?!

Natürlich gab es am Ende des Walks einen Wasserfall mit Pool, in dem man sich erfrischen konnte. Das ließen sich Nadcha und Nanette natürlich nicht entgehen.

Nun stand aber Operation Platypus an. Hierfür mussten wir eine sehr abenteuerliche, steile und windige Strecke über 6km hinter uns bringen – in das Herz des Eungella National Park. In der Spitze verbrauchte unser Camper 52l auf 100km, während er uns und unseren gesamten Hausstand die wundervolle Szenerie hochschob. Dann waren wir endlich da. Pünktlich zur besten Zeit. Hier versprechen einem unzählige Reiseführer Platypus-Spotting-Garantie. 

Nachdem wir zwischen verschiedenen Aussichtsplattformen hin und her geeilt waren und wir schon fast den Glauben verloren hatten, wurden wir belohnt. Wir haben den Platypus gesehen! Und wie wir ihn gesehen haben. Und nicht nur einen, sondern drei! Nur 4m von uns entfernt. Wir sahen nicht nur einfach die Platypus wie sie im trüben Wasser an der Wasseroberfläche Luft holten. Nein, nein… wir konnten zwei Platypus dabei beobachten wie sie – vor unserer Nase – den beschwerlichen Weg gegen die Strömung eines kleinen steinigen Wasserweges kletterten. Trotz Stromlinienförmigkeit der Körper, stellten sich die Platypus dabei garnicht mal so elegant an. Was für ein Spektakel. Was für ein Glück. Was für ein Happy End für uns. Unser Grinsen hielt die gesamte Fahrt an bis wir im Dunkel der Nacht auf unserem Stellplatz im Bush Camp ankamen. Hier bleiben wir nicht nur eine Nacht!

Kommentare sind geschlossen.