Am Arsch der Welt
Wir reisen derzeit durch die Golden Bay, eine Bucht mit 85 km Küstenlänge am Nordende der Südinsel von Neuseeland. Hier wurde 1857 zufällig Gold entdeckt, was der Bucht zu ihrem Namen verhalf. Wo wir nun schon mal so weit im Norden sind, wollten wir auch den nördlichsten Punkt der Insel – Cape Farewell – besuchen. Also verliessen wir unseren Meerblick-Spot und fuhren ca. 30 Minuten gen Norden. Die Strassen wurden immer schmaler und hier und da überspülte das Meer diese über mehrere Meter. In einer winzigen Siedlung namens Puponga hörte dann die geteerte Strasse ganz auf und wir fuhren auf einer Schotterstrasse weiter. Nur hier und da kam uns ein anderer Touri-Camper entgegen, ansonsten war hier nur unendliche Weite zu sehen. Nach ca. 7 km parkten wir unser Schiff auf einem Parkplatz und wanderten einen 6 km Rundweg an einer Landzunge, die ins Meer mündet.
Der Wanderweg führte am inneren und äußeren Strand der Landzunge namens Farewell Spit entlang und querte diese an zwei Stellen. Was für ein Erlebnis. Wir wanderten am scheinbar unendlichen Strand entlang, an dem der Wind nur so peitschte und regelrechte Sandkunstwerke hinterliess. Es schien als würde der Strand in der Ferne vom Meer verschluckt und die wehenden Sandboen, die die Sicht vernebelten, liessen das Ganze irgendwie unwirklich erscheinen. Teilweise musste Marc Nadcha auf die Schulter nehmen, damit die kleine Maus keinen Sand ins Gesicht geweht bekam. Wir waren heute so froh über unsere Mützen und windfeste Kleidung, die sich in dem starken Wind aufblähte und Nadcha sehr amüsierte. Kein Mensch war zu sehen auf unserer Runde, dafür schwarze Schwäne, zahlreiche Austernfischer, jede Menge Sand und das Meer. Wir liefen den Strand bis zu einer sich auftürmenden steilen Felsküste entlang, vor der wir die Landzunge durch einen mystischen Wald, Dünen und Wiesen mit hunderten Schafen querten. Diese Wanderung war so vielseitig und besonders, dass wir dieser 5 von 5 Sternen geben würden.
Den nördlichsten Punkt hatten wir zwar noch nicht gesehen, aber dorthin fuhren wir im Anschluss – natürlich wieder auf Schotterpiste. Ein kurzer Spaziergang führte uns zu Cape Farewell, einer Felsformation an der Steilküste mit einem ausgewaschenem Torbogen im Wasser. Ein Schild mitten auf dem Aussichtsplatz bestätigte uns nochmals, dass wir nun den nördlichsten Punkt der Südinsel erreicht hatten. Von hier aus fuhren wir im Anschluss ein Stück südlich zu einem Freedom Campingplatz direkt am Meer.









Koordinaten: S 40.54836 & O 172.72057
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