Ruby Bay
Lange hatte Nadcha darauf gewartet und heute Morgen war es endlich soweit. Nachdem ihr Schneidezahn bestimmt 4 bis 5 Wochen lang mal mehr und mal weniger gewackelt hatte, lag er mit einem Mal in Nadchas Hand und sie strahlte bis über beide Ohren. So vielversprechend ging der Morgen also los.
Dennoch, Nadcha war nur schwer vom Hack ’n Stay Campingplatz mit all seinen Pferden und Hühnern runter zu bekommen. Also einigten wir uns darauf, dass sie nach dem Frühstück nochmals zur Koppel und dem Hühnerstall gehen durfte. Das Frühstück war in Windeseile gegessen und Nadcha bei den Hühnern – Nanette hatte Schwierigkeiten hinterher zu kommen. In der Zwischenzeit machte ich unseren Camper startklar.
Schließlich fuhren wir dann doch noch kurz vor Mittag vom Campingplatz in Richtung Süden. Uns begleitet dabei auffällig lange ein verräterischer „Landduft“. Wir waren kurz vor der Auffahrt auf die Hauptstrasse als Nanette feststellte, dass sich Pferdeäpfel oder Hühnerdreck unter den Flipflops von Nadcha und Nanette befand. Und so mussten wir bereits wieder Parken, bevor es überhaupt losging.
Dann aber endlich waren wir wieder auf der Strasse. Unterwegs wurden wir auf ein Schild aufmerksam, dass eine Quelle anpries, die wir uns spontan anschauten. Te Waikoropupu Spring – oder kurz einfach Pupu – stellt noch heute einen heiligen Ort für die Maories dar. Hier darf man weder vom Wasser trinken noch damit in Berührung kommen. Wenn man die Quelle sieht, versteht man auch sofort warum der Ort heilig ist. Die Quelle ist mit 14.000 Litern pro Sekunde die größte Süsswasserquelle Neuseelands und die größte Kaltwasserquelle der südlichen Hemisphäre. Darüber hinaus führt sie eine der klarsten Wasserwerte, die jemals gemessen wurde. Das Wasser ist so klar, dass man theoretisch bis in eine Tiefe von 63m sehen könnte. Aber neben den ganzen Daten war der Blick auf die riesige, türkisfarbene Quelle mit ihrer Vielzahl an Wasserwirbeln ein wundervoller und sehenswerter Ort.
Nach unserem schönen Abstecher ging es weiter Richtung Süden. Vor uns lag die mörderische Passstrasse, die die Golden Bay von Abel Tasman trennte. Auf dem Hinweg hatte Nadcha zum Glück den größten Teil der Strecke verschlafen. Heute war sie aber hellwach und wir entschlossen uns ihr neben den Akkupressurbändern zusätzlich noch eine Tablette gegen Übelkeit zu geben. Oben auf dem Pass angekommen mussten wir trotzdem die Spucktüten aktivieren, die wir uns bereits auf unserer Hinreise aus dem Flugzeug mitgenommen hatten. Nach einer längeren Pause, als es unserer armen Maus besser ging, fuhren wir im Schneckentempo den Pass runter – ohne weitere Zwischenfälle. In Motueka kam uns ein Laundromat nach Nadchas Übelkeit sehr gelegen und während die Wäsche gewaschen wurde, gönnten wir uns ein Eis.
Viel später als morgens geplant kamen wir gegen 17 Uhr auf unserem Campingplatz in Ruby Bay an. Dieser liegt direkt am Tasmanischen Meer und unser ausgesuchter Platz befindet sich nur 10 Meter vom Strand entfernt. Für eine Runde Muscheln suchen und schwimmen reichte die Zeit daher noch völlig aus.




Koordinaten: S 41.21310 & O 173.08499
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